Über Anti

Antiphon wurde am 31. August 2010 geboren, seine Mutter ist eine Altdeutsche Schäferhündin, sein Vater ein Saarloos Wolfhund.

Ende Oktober zog Anti von Meppen in Deutschland in die Ostschweiz und begleitet mich seitdem.

2007 kam ich zum ersten Mal in engeren Kontakt mit Hunden – und dann ausgerechnet mit Malinois. Dreieinhalb Jahre war ich dann in ihrer Gesellschaft, auch wenn die Hauptarbeit nicht bei mir lag. Nach dem Ende der Beziehung änderte sich vieles in meinem Leben und ich war mir sicher, dass ein Leben ohne Hund nicht mehr akzeptabel ist. Mein erster Gedanke war zwar, mein Nervenkostüm an einem Mali aufzureiben, aber letztendlich war ich mir unsicher, ob ich diese Aufgabe gemeistert hätte.

Im September letzten Jahres wollte ich dann einer Kollegin bei Bilder.Google eine Hunderasse zeigen, die nicht viele kennen, die aber schon seit vielen, vielen Jahren mein grösster Favorit ist: den Saarloos Wolfhund. Ich tippte ‚Saarloos‘ in die Google-Eingabezeile… und einer der ersten Links führte zu einer Anzeige eines Ehepaares, die vor wenigen Monaten eine altdeutsche Schäferhündin zu sich genommen hatten… leider hatte der Vorbesitzer vergessen zu erwähnen, dass die Hündin just in dieser Zeit heiss war. Der ansässige Saarloos-Rüde hat nicht sehr lange gebraucht, um das herauszufinden. ^_^

Die Mischung aus Schäferhund und Saarloos war für mich deswegen interessant, weil ich mir – ähnlich wie bei einem Malinois – nicht sicher war, ob er mit meinem Lebensstil würde umgehen können. Saarloos können auch scheu sein und wenig kontaktfreudig. Ich hingegen bin viel unterwegs – und der Hund an meiner Seite muss damit umgehen können…

Anti(phon) war, als wir ihn das erste Mal besuchten, von drei verbliebenen Rüden der ruhigste… während die anderen beiden ihrer Mutter den letzten Nerv raubten, sass er dabei und schaute sich das Theater an. Rannten die beiden Geschwister mit ihrer Mutter im Garten um die Wette, setzte er sich in die Mitte der Rennstrecke und schnappte einfach zu, wenn die Mutter passierte. Diese Energiespareffizienz hat mich zutiefst beeindruckt.

Eine Woche später machten wir uns auf den langen Weg, um Anti abzuholen. Auf der Rückfahrt schlief er komplett durch – die Stopps nutzte er, um zu piepen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er je gewinselt oder gefiept hat in den ersten Tagen.

Anti lehrt mich Vieles, was ich durch das Zusammenleben mit den Malinois nicht gelernt hatte: Er zeigt mir ganz genau, wann ihm etwas zu viel ist, wann er für etwas noch nicht bereit ist – und wann er es versuchen möchte. Seine Entwicklung verläuft also sehr selbstbestimmt und auch wenn es mich eine Weile gebraucht hat, bis ich das verstanden habe, so bin ich heute froh darum, denn es nimmt Verantwortung von mir. Ich biete Anti an – er entscheidet, wann er annimmt. Ein gewaltiger Unterschied ergibt sich allerdings auch im Zusammenleben mit Anti im Vergleich zu einem Malinois:

Während der Malinois für seinen Menschen lebt, lebt Anti mit mir. Der Unterschied zwischen ‚für‘ und ‚mit‘ hat kaum je so viel Bedeutung, wie in dieser Konstellation.

Kommentare
  1. Sandra pawasarat sagt:

    Hallo, ich melde mich wegen den schluckanfällen die uns und unseren Hund seit 8 Jahren quälen und wir eigentlich auch schon alle Diagnosen und Medikamente durch haben. Jetzt haben wir evtl durch einen Zufall endlich einen Schritt in die richtige Richtung getan. Liebe Grüße Sandra Pawasarat mit Gelbbacke Troll

  2. Silke sagt:

    Toller Blog, macht richtig Spaß zu lesen! 🙂

  3. frdrseltsam sagt:

    So.Habe ein bisschen gesuchtet und den Blog einmal komplett durchgelesen. 😀 Ich mag deinen Schreibstil und deine erfrischend nüchterne Sichtweise auf „Hype“-Sachen. Sehr gut.

    • Anti-Mensch sagt:

      Das komplette Blog? o.O

      Leider komme ich nicht immer dazu, hier Neues zu hinterlassen. Mal reizt mich ein Thema, mal finde ich keine Muße, um es aufzuschreiben. Ich habe dir gerade bei „Spaziergang mit einem Juristen“ noch geantwortet… habe mir dabei aber auch vorgenommen, mich mal wenigstens durch die Anfänge dieses Blogs zu wühlen. Einfach nur um zu sehen, wie ich mich in den letzten Jahren so entwickelt habe… ich nehme an, dass ich auch mal herzlich über mich lachen werde.

      Danke! 🙂

  4. frdrseltsam sagt:

    Meine Liebe ich war mal so frei, dich für den „Liebster Award“ zu nominieren.
    (https://frdrseltsamswunderkiste.wordpress.com/2015/07/08/eine-trophae-3/)
    Vielleicht hast du ja Lust mitzumachen. Ich freu mich nämlich sehr, dass es jetzt wieder häufiger Anti zu lesen gibt. 🙂

    • Nora sagt:

      Gegebenenfalls hätte ich erst den Link in deinem superlieben Kommentar lesen sollen, bevor ich ihn freischalte. 😀

      Ach, danke – es freut mich sehr, dass dir Antis Blog gefällt, auch wenn ich keine allzu zuverlässige Bloggerin bin. 🙂

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