Nominiert für den Liebster Award

Veröffentlicht: 8. Juli 2015 in Allgemein
Schlagwörter:,

liebsterawardHach. Es ist so nett. Ehrlich. Frau Dr. Seltsam hat Antis Blog für den Liebster Award nominiert. Im Grunde finde ich solche Aktionen super – Blogger unterstützen sich gegenseitig, indem sie auf die Blogs anderer verweisen. In einer digitalen Welt, die überfüllt ist mit Lesestoff (feinste Seide bis kratziges Acrylamid, alles dabei), mag ich diesen Gemeinschaftsgedanken – das Blöde ist: Ich lese kaum noch in Blogs und ein wichtiger Teil so eines Awards wäre eben, die Aktion fortzuführen. Vor einigen Jahren, ja, da habe ich morgens vor der Arbeit gerne noch im Bestatterblog, beim Nuf oder auch VS-Geheim reingeschaut… Jetzt schaffe ich es nur noch hin und wieder mal zu My Home Is My Car, wobei das zwar eigentlich ein Blog wäre, aber dann wiederum nicht so ein richtiges Blog ist. Von Stefan hat Anti sogar mal einen virtuellen Knochen bekommen… jaja! Und dann ist es heute eben auch so, dass viele gute Schreiber, die ich kenne und gerne lese, gar keine Blogs unterhalten. Sie posten auf Facebook, sie veröffentlichen Artikel in Zeitschriften oder schreiben gleich Bücher.

Jetzt werde ich die Nominierung ablehnen, weil ich einfach zu wenig Blogs kenne. Nichts desto trotz – Frau Dr. Seltsam hat sich die Mühe gemacht, Fragen zu formulieren (denn so verlangt es die Nominierung zum Liebster Award eigentlich), also mache ich jetzt mal etwas, was ich sonst nicht mache – ich beantworte die Fragen.

1. Hunde oder Katzen? Und wieso?

Erst Katzen, jetzt Katzen und Hunde… die Zukunft ist ohne Katzen angedacht, auch wenn ich meine Katzen sehr mag und mich mein hochneurotischer Kater jetzt seit 16 Jahren begleitet. Ich bin mir nicht sicher, ob die Frage darauf abzielte. Ich könnte also auch so antworten: Hunde. Das Thema Hund beschäftigt mich mehr – was man schon daran sieht, dass ich ein Blog dazu unterhalte. Es ist die grosse Schere zwischen der Haltung eines mitunter gar nicht so kleinen Hausraubtieres und dem anscheinend gesellschaftlich notwendigen Ersatz einer Gemeinschaft, von Liebe, Freundschaft und Vertrauen. So problematisch dieser Aspekt ist, so spannend finde ich ihn auch. Auch der darin enthaltene Konflikt anderen Menschen gegenüber. Welches Haustier schafft es noch, mordender Kinderschreck und Held einer Nation zu sein? Leben zu zerstören und Leben zu retten? Cujo und Lassie?

Insgesamt habe ich schon einige Tiere gepflegt, gehalten und aufgezogen. Könnte ich, wie ich wollte, hätte ich auch jetzt mehr und nicht alle wären Hunde. Aber trotzdem… die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist das, was mich oft und intensiv beschäftigt.

2. Was ist deine liebste Jahreszeit?

Habe ich nicht. Ehrlich. Ich geniesse es im Frühling, wenn das junge Laub an den Bäumen leuchtet, die ersten Blüten Farbe in die Landschaft bringen, wenn dieser besondere Geruch in der Luft ist und die Tierwelt wieder aktiver wird. Ich mag den Sommer – an den nicht zu heissen Tagen -, wenn die Insektenwelt rumort, alles in Blüte steht, Jungtiere grossgezogen werden und ein Regenschauer der heissen Erde diesen würzigen Duft entlockt. Der Herbst ist wundervoll – was vorher die Blüten an Farbe brachten, schaffen jetzt ganze Bäume mit ihrem Laub. Die Pilzsuche lockt mich öfter in den Wald und ich geniesse es, wenn es jetzt nach ein paar fies-kalten und windigen Tagen noch mal warm wird. Eigentlich wäre ich ein Winter-Fan – ich liebe Schnee. Schnee verursacht bei mir erinnerungsbedingt so ein heimeliges Urlaubsgefühl. Wenn alles weiss ist und nur noch wenige Dinge sich in der Landschaft absetzen, dann kann ich die Seele so richtig baumeln lassen.

Aber: Der Frühling und Herbst sind hier vor allem neblig und grau-trüb. Das setzt mir nicht so sehr zu, wie die Tatsache, dass es hier dann überall feucht und matschig ist. Das ist mal nett, aber über Wochen und Monate ist es einfach ätzend. Sommerhitze kann ich nicht leiden. Ich kann nicht schlafen, mich nerven Mücken und Bremsen unendlich und der Prinz leidet sehr unter seinem Heuschnupfen. Und so schön der Winter auch wäre… hier gibt es ihn praktisch nicht. In der Saison haben wir hier zwei bis vier Tage ca. 10 cm Schnee. Nicht mal halbwegs konstanten Frost kann man hier erwarten – sondern nur Matsch, brutale Tristesse in Sachen Flora und Fauna und das mühevolle Heizen mit dem Kachelofen.

3. Macht Bloggen Spaß und/oder ist es Arbeit?

Und. Kleine Geschichten machen hauptsächlich Spass – sie gehen mir recht leicht von der Hand. Andere Texte kosten mich viel Zeit (und erzeugen damit ein echt schlechtes Gewissen, denn die Zeit bezahlt mir niemand): Da gilt es wissenschaftliche Paper zu lesen, mit Leuten zu telefonieren, die es besser wissen, oder sich im Netz über Details schlau zu machen. Es gibt hier Artikel, für die habe ich rundherum eine Woche recherchiert. Es gibt welche, für die habe ich mit gut fünfzehn Leuten telefoniert, bis ich fand, dass ich genug weiss, um es aufzuschreiben. Und es gibt solche, da sind vom ersten Entwurf bis zur Veröffentlichung Monate vergangen.

Aber… würde es keinen Spass machen, dann würde ich es längst nicht mehr machen. Gewöhnlich stolpert am Tag eine Handvoll Leute über dieses Blog, es gibt weitaus bekanntere in der Hundeszene (die Krawallmaus, NoMro oder planethund, hier besonders die Artikel von Nina Dany)… Ich schreibe, weil es mir Spass macht und weil es mir hilft, über Themen nachzudenken und mich mit ihnen auseinander zu setzen.

4. Was ist dein liebster Geruch?

Diese Frage ist nicht zu beantworten! Meine Güte! 😀

Doch… White Linen von Estée Lauder, würde ich denken. (Tja, wer fragt, bekommt mitunter auch Antworten, die keinen Sinn zu ergeben scheinen… 😉 )

5. Wann hast du dich das letzte Mal geärgert und warum?

Ich ärgere mich nicht über so irre viele Dinge – es macht einfach keinen Sinn. Niemand ist perfekt, weder die anderen noch ich. Das versuche ich immer im Hinterkopf zu behalten, denn in den meisten Fällen kann man so die Zeit, die man mit dem sich Ärgern verschwendet, effizient verkürzen. Nur bei mir selbst klappt das nicht so richtig gut – und ich bin die Person, über die ich mich am meisten ärgere… 😉

6. Und: wann hast du dich das letzte Mal richtig super gefühlt und warum?

Das war wohl, als ich auf Foto-Mission ein Seminar von Ines Kivelitz besucht habe… Ich kenne Ines und mag und schätze sie sehr – und vielleicht deswegen habe ich, als eine wundervolle Mali-Hündin mit ihrer Besitzerin in Übungen vertieft war, versucht mitzuhelfen, damit die Übungen ein Zugewinn für dieses Halter-Hund-Gespann sind. Ich habe mich danach bei Ines für mein Reinquatschen entschuldigt – aber ja, es war wundervoll, die beiden zu beobachten und zu sehen, wie sie von Minute zu Minute mit mehr Verständnis und Vertrauen an eine Übung, bei der es um körpersprachliche Kommunikation ging, herangingen. 🙂

7. Welchen Rat würdest du deinem 15-Jährigen Ich geben?

Moment, ich muss kurz darüber nachdenken, wer und wo ich mit 15 war. Das ist scheisslang her…

„Nora, trag mehr schwarz! Schwarz steht dir!“

😀

8. Und: Was würde dein 15-Jähriges Ich von dir heute denken?

picard-facepalm

9. Was findest du an dir super?

Ich mag meine Ohren extrem gern! Aber wirklich… das sind mal Ohren! ❤

10. Mit welcher Person (lebendig, tot, real, fiktional, …) würdest du gern eine Stunde am Meer sitzen?

Es könnte spannend sein, mal eine Stunde mit einem Toten am Meer rumzusitzen… je nach Publikumsverkehr halt.

Mit Jasper Fforde, meinem Lieblingsautor – und damit sende ich dir, Frau Dr. Seltsam, auch gleich einen Buchtipp, weil ich gesehen habe, welche Bücher du magst. Zweifellos wäre Fforde da aufgetaucht, wenn du ihn kennen würdest. Lies Fforde. Egal was. Ich denke, er könnte dir gefallen.

Fforde ist inspirierend – er ist kreativ im wahrsten Sinne des Wortes. Darum beneide und dafür bewundere ich ihn. Und mir ist vollkommen unklar, warum sich deutsche Verlage so schwer damit tun, die Bücher, die er verfasst hat, ins Deutsche zu übersetzen – statt nur ein paar auserwählte. Dabei ist die Nursery-Crimes-Serie nicht weniger unterhaltsam wie die Thursday-Next-Romane. „Grau“ ist so spannend wie die Dragonslayer… oh, ich sehe gerade, da traut sich jetzt Bastei ran. Super. Was ich eigentlich schreiben wollte: Ich möchte Fforde einfach gerne eine Weile zuhören. Vielleicht ist er ja im realen Leben ein schnöder Geselle, der sich nur über Quallen aufregt oder Sorge hat, dass ihm eine Möwe auf den Kopf kackt. Aber vielleicht hat seine Kreativität auch etwas Ansteckendes… es gibt solche Menschen und die können Segel über weite Strecken mit Wind füllen.

11. Was macht dich glücklich?

Ouh… da bin ich sehr, sehr genügsam geworden. Natur macht mich immer glücklich. Menschen machen mich glücklich. Die Hunde machen mich glücklich. Farben machen mich glücklich. Geld würde mich glücklicher machen, es glänzt aber durch Abwesenheit. *g* Fotografien machen mich glücklich. Musik macht mich glücklich.  Vieles kann mich glücklich machen – man muss Momente einfach wirklich schätzen.

Danke, Frau Dr. Seltsam – ich fühle mich geehrt und werde deswegen zur Feier des Tages eine Runde Bullkau unter den hiesigen Hunden ausgeben. 🙂

Advertisements
Kommentare
  1. frdrseltsam sagt:

    Das ging ja fix. Danke für den Buchtipp. Das klingt seehr gut. Und deine schönen Antworten sind auch toll. 😀 Ich bin übrigens seltsam olfaktorisch fixiert, deswegen die komische Geruchsfrage. 😉 (vielleicht bin ich eine Unterart der Olfaktille – http://de.zamonien.wikia.com/wiki/Datei:Olfaktille.jpg ) 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s