Über Bissstatistiken

Veröffentlicht: 2. Juli 2015 in Allgemein
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antixy 056_smWo gerade die Bild wieder vollkommen unreflektiert und reisserisch ein paar Zahlen in den Äther geworfen hat und der Schreiber so grosskotzig und falsch mit Zahlen jongliert, möchte ich hier mal ein paar Worte dazu hinterlassen, warum es mich wirklich sehr wundert, was alles als Bissstatistik durchgeht. Vorab – es hat einen Grund, warum man bestimmte Daten nicht als ganze Zahlen, sondern als prozentuale Werte angibt. Ich zitiere wiki: „Zahlenangaben in Prozent sollen Größenverhältnisse veranschaulichen und vergleichbar machen, indem die Größen zu einem einheitlichen Grundwert (Hundert) ins Verhältnis gesetzt werden.“ Ganze Zahlen sind toll, aber man kann mit ihnen auch Schindluder betreiben, indem man sie in KEIN Verhältnis setzt.

Legen wir los – das schreibt also die Bild:

Eine offizielle bundesweite Statistik gibt es nicht. Aber es gibt eine Schätzung: Im „Deutschen Ärzteblatt” wird die Zahl der Bissverletzungen in Deutschland auf jährlich insgesamt 30 000 bis 50 000 geschätzt. Darunter sind allerdings auch die Bisse von Katzen und Menschen. Von Hunden stammten 60 bis 80 Prozent dieser Bissverletzungen. (…)

Denn laut Industrieverband Heimtierbedarf stieg die Zahl der in Deutschland gehaltenen Hunde zwischen 2011 und 2014 um 26 Prozent auf 6,8 Millionen.

So. Dann rechnen wir mal kurz – wohlgemerkt mit Zahlen, die die Bild veröffentlicht, aber wir versuchen jetzt mal, Grössenverhältnisse zu erstellen. Das hätte eigentlich die Bild machen sollen, aber Prozentrechnung ist einfach unglaublich kompliziert. Einfach nur mal, um das Material zu nutzen, das der Schreiberling der Bild zur Verfügung hatte:

50’000 * 0.8 = 40’000

Erläuterung: Im schlimmsten Falle sind von den von der Deutschen Ärztekammer registrierten 50’000 Bissen, die von Katzen, Hunden oder Menschen (wer kommt auf so eine Kategorisierung?!) verursacht wurden, 40’000 Hunden zuzuschreiben, nämlich 80% davon. Im besten Fall heisst das auch:

30’000 * 0.6 = 18’000

Oh, „nur“ 18’000 im besten Falle. 22’000 Bisse oder auch nicht sind nicht oder vielleicht durch Hunde entstanden. Deswegen sind Schätzungen scheisse und es ist vollkommen unverständlich, warum es in der heutigen Zeit bei all der Vernetzung und zur Verfügung stehenden Software keine klarere Aussage darüber gibt, wer wen wie gebissen hat… oder eben auch nicht. Aber… wir halten uns jetzt mal an diesen Werten fest: 18’000 oder 40’000. Jetzt nehmen wir mal die ach so wichtig dargebotene Zahl an Hunden, die es 2014 offiziell in Deutschland gehalten wurden. Wohlgemerkt: 6.8 Millionen sind immer noch nur die Hunde, die irgendwie irgendwo offiziell registriert sind – in Wirklichkeit sind es also vermutlich mehr.

40’000 / 6’800’000 * 100 = 0,59

18’000 / 6’800’000 * 100 = 0.26

Also… ausgehend von der Schätzung der Bisse, die maximal (40’000) und minimal (18’000) durch Hunde an Menschen in Deutschland verursacht wurden und verglichen mit der Anzahl der in Deutschland registrierten (aber vermutlich längst nicht vollständigen) Zahl an Hunden, bedeutet das, dass einer von zweihundert bis einer von vierhundert Hunden gebissen hat. Offiziell zumindest, denn der Beissvorfall muss auch immer noch gemeldet und registriert werden.

Man muss es erst einmal schaffen, zwei- bis vierhundert Hunde zu sehen – und dann muss man sich immer noch in die Situation begeben, die zu einem Biss führt. Und was heisst überhaupt Biss? Bisse sind alles: Hat aus Versehen in den Finger statt in den Ball geschnappt… beim Spielen. Hat sich erschreckt und geschnappt. Hat beim Tierarzt geschnappt. Hat sein Futter verteidigt. Ist jung und hat noch keine gute (weil gelernte) Beisshemmung. Es gibt irre viele Situationen, in denen Hunde ihre Zähne einsetzen… weil die Zähne eben einfach das sind, was der Hund statt einer Hand zum Greifen einsetzt. Erst ganz, ganz am Ende der Palette kommt ein Hund, der tatsächlich mit einer Schädigungsabsicht seine Zähne gegen einen Menschen einsetzt und wirklich echt richtig gefährlich ist.

Und jetzt schauen wir noch in den in der unten gezeigten Tabelle angegebenen Paragrafen 3, Absatz 3 des Gesetzes zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren im Land Sachsen-Anhalt und finden heraus, welche Vorfälle da eigentlich registriert werden:

(3) Im Einzelfall gefährliche Hunde sind insbesondere:

1. Hunde, die auf Angriffslust oder über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft oder Schärfe oder auf andere in der Wirkung gleichstehende Merkmale gezüchtet, ausgebildet oder abgerichtet sind,
2. Hunde, die sich als bissig erwiesen haben,
3. Hunde, die wiederholt in gefahrdrohender Weise Menschen angesprungen haben, oder
4. Hunde, die durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie unkontrolliert andere Tiere hetzen oder reißen.

Oh, in der Statistik werden ja gar nicht nur Beissvorfälle gegen Menschen aufgenommen. Es werden auch Hunde aufgenommen, die andere Hunde beissen und auch unerzogene Junglabradorsens, die in ihrer Überschwenglichkeit und Unerzogenheit mehr als einmal ein Kind vor Freude umgerempelt haben. Und jagende Hunde.
Ich habe ein wenig für diesen Artikel recherchiert (= mit vielen sehr hilfsbereiten Mitarbeitern verschiedener Ämter telefoniert) und möchte jetzt mal aufzeigen, warum die Aussagen der Bild nicht so richtig funktionieren – und mitunter wage ich sogar zu bezweifeln, dass die Aussagen der Bundesländer funktionieren.

Hier noch die kleine Veröffentlichung des Landes Sachsen-Anhalt – so und noch etwas perfekter könnte man Rückschlüsse über Beissvorfälle ziehen:

sachsenanhalt_beissvorfaelle
Hier die Quelle… click!
Und hier noch die Übersicht, die tabellarische Übersicht der Anzahl registrierter Hunde pro Rasse und die rassebezogene Anzahl der Biss- und sonstige Vorfälle für 2014 in Sachsen-Anhalt. Super Sache. Ehrlich.

Nun habe ich allerdings mit einem sehr netten Mitarbeiter des Bundeslandes Sachsen-Anhalt telefoniert, der mir erklärt hat, wie diese Statistik zustande kommt – und mal abgesehen davon, dass ich diese Herangehensweise im Vergleich zu der noch folgenden Aufstellung aus Berlin wirklich super finde, hier noch ein kleiner Fehler im System: Es wird nicht aufgenommen, ob es sich um unterschiedliche oder die immer gleichen Hunde handelt. Nehmen wir also die zwei Vorfälle beim Pudel, die diese Rasse immerhin unter den häufigeren Rassen in Sachsen-Anhalt in der Tabelle auf Rang 6 gebissen, angesprungen und / oder gejagt hat:

Wenn in Sachsen-Anhalt unter den 265 offiziell registrierten Pudeln eine Kackbratze ist, die zwei Male auffällig und registriert worden ist… dann versaut dieser eine Hund das Image einer ganzen Rasse. Und dabei ist es egal, ob er gebissen, angesprungen oder gejagt hat.

Wie viele Neufundländer seht ihr so täglich auf euren Spaziergängen? Und wie viele Border Collies, Schäferhunde und Labradore? Wenn man Beissvorfälle registriert, dann mag es zwar Sinn machen, mit aufzunehmen, welche Rasse gebissen hat, aber diese Daten sind nur dann verwendbar, wenn man auch weiss, wie viele Hunde einer Rasse im Bundesland vorkommen (vorausgesetzt natürlich, man sieht die Kategorie „Bundesland“ als sinnvoll an… man könnte allerdings auch anführen, dass die Lebensumstände für Hunde in einem Bundesland maximal unterschiedlich sein können: Bauernhofhunde in der Einöde deutscher Landwirtschaftsgebiete bis Stadthunde, die – eigentlich – nur auf begrenzten Hundewiesen laufen dürfen).

Es macht einen Unterschied, ob von (s. Tabelle) 123 Neufundländern 3 beissen – das sind dann 2.44%, also einer von 41 Neufundländern, die man so trifft (in den Situationen, in denen sie beissen oder gesundheitsgefährdend anspringen) – oder von 422 Dobermännern 3… denn das sind nur 0.71% und damit muss man auf über 140 Dobermänner treffen, um den einen dabei zu haben, der beisst. Ich kenne drei Dobermänner. Drei. Ich kenne keinen Neufundländer, obwohl möglicherweise einer im Nachbardorf gehalten wird – den habe ich mal gesehen, als ich mit dem Auto durch’s Dorf gefahren bin.

Es ist unabdinglich, mindestens die Gesamtzahl der Hunde einer Rasse zu registrieren, wenn man darüber eine Aussage treffen möchte, ob und wie bissig sie ist. Anders geht es nicht.

Und jetzt noch kurz – und im Vergleich zu den Telefonaten, die ich geführt habe, sehr sehr kurz – die Daten, die aus Berlin kommen und von der Bild verwendet werden:

Die „aggressivsten“ Tiere waren mit 113 beziehungsweise 64 Fällen Mischlinge oder Schäferhunde. Auch acht Angriffe von Pudeln sind in der Statistik verzeichnet.

Hier ist die Auflistung für Berlin (auf die sich laut des Tierschutzbeauftragten in Berlin die Bild vermutlich bezieht), die übrigens nicht von 14 ist, sondern von 2013 – blöd auch, dass der Superschreiberling der Bild nicht ordentlich geschaut hat: Wenn man in der Zeile verrutscht, dann wird aus dem EINEN Vorfall, der für einen Pudel registriert wurde, eben ACHT, die für Rhodesian Ridgebacks registriert wurden. (Allerdings irritiert mich etwas, dass auch die anderen Werte nicht vollends übereinstimmen…)

Das Problem an den Berliner Werten ist, dass sie nicht aufnehmen, wie viele Hunde einer Rasse es insgesamt in Berlin gibt.

Ich habe jetzt mal etwas gesucht und finde immerhin für das Jahr 2004 (? oder sowas – irgendwie wird nicht erwähnt, wann diese Stichprobe gezogen wurde) die sogenannte „Berliner Stichprobe“ in einer Veröffentlichung, die den Schäferhund übrigens als gefährliche Rasse einschätzt*. Danach lag der Anteil an Deutschen Schäferhunden (ich habe mich mal auf die konzentriert, weil ich Mischlinge eh schwammig finde)  in diesem Jahr bei 10.52% (wohlgemerkt – die Stichprobe wurde folgendermaßen gezogen: „Zur Beurteilung des Anteils der Rassen an der Gesamthundepopulation in Berlin und Brandenburg wurden aus Kliniken und Tierarztpraxen Tierdokumentationen ausgewertet.“). Nehmen wir mal an, dass der Anteil über eine Dekade später immer noch ungefähr der gleiche ist. Insgesamt lebten 2013 in Berlin 98’315 Hunde. Das wären dann 10’343 Schäferhunde. Laut der oben verlinkten Statistik, wurden 2013 70 Personen durch Beissen oder Anspringen von Deutschen Schäferhunden verletzt. Laut der Bild 64. Wir rechnen:

70 / 10’343 * 100 = 0.68%

64 / 10’343 * 100 = 0.62%

Ich habe die 70 Beiss-und-Anspringvorfälle der Berliner Statistik und die 64 von der Bild angemerkten Werte durch die hypothetische Anzahl an Schäferhunden geteilt und auf Prozent umgerechnet. Laut Dreisatz ist einer von 148 Schäferhunden bissig oder springt Menschen an, so dass sie sich verletzen.

Verglichen mit der Statistik Sachsen-Anhalts ist ein Pudel weitaus gefährlicher als ein Deutscher Schäferhund!

Ich frage mich ernsthaft, wie es sich irgendein Offizieller oder ein Journalist traut, sich angesichts des herrschenden Zahlenchaoses und der wirklich absurd unzulänglichen Datensätze irgendeine Aussage zu treffen! Wirklich! Wie kann man jemandem in die Augen schauen und da sagen: „Schäferhunde sind voll gefährlich – schaffen Sie sich einen Pudel an!“ Wie kann man so überhaupt über irgendeine Rasse etwas sagen?

Wenn irgendwer eine Studie kennt, die einen guten (!) Datensatz sinnvoll (!) ausgewertet hat, dann lasst es mich wissen. Ich habe für heute genug recherchiert und telefoniert. Ich bin im Moment etwas entsetzt darüber, dass die Bundesländer mit ihren Rasselisten und Beissstatistiken durchkommen und sich tatsächlich irgendwer traut, damit für irgendetwas zu argumentieren (oder darüber, wie schlecht ich rechne). Das bin ich jetzt so lange, bis mir jemand bessere Studien dazu gibt. 🙂

* Ich habe das gerade nachgeprüft und auch die Daten in dieser Veröffentlichung sind seltsam: „… von der Auswahl der nicht gelisteten Rassen Schäferhund[e] (…) bei den Zwischenfällen im Vergleich mit ihrem Auftreten in der Hundepopulation insgesamt überrepräsentiert sind.“ Okay. Hierfür würde ich jetzt folgende Werte am Beispiel Berlin nehmen: Anzahl der Schäferhunde in Brandenburg 2003. Anzahl der Vorfälle mit Schäferhunde in 2003. Prozent ausrechnen. Ich mach mal:

[Erratum! Ohnoes hat mich auf einen ordentlichen Denkfehler meinerseits hingewiesen – deswegen verlinke ich direkt auf seinen Kommentar, lasse aber meinen Text stehen und argumentiere mit dem neu gewonnen Verständnis weiter. Ich bin da nicht so… ^^]

Also… (1996) 107’804 Hunde in Berlin. Davon sind 10.52% Schäferhunde. Macht… 11’341 Schäferhunde in Berlin. Im Jahr 2003 204 Vorfälle mit Schäferhunden registriert. Das sind 1.8%. Wie sind die Autoren in dieser Studie auf den angegebenen Wert kommen? 20%?!

sh_tab11Ich weiss schon, was da in dieser Tabelle zu sehen ist. Im erläuternden Teil der Studie heisst es: „Die sechs nach Mischlingen in Berlin am häufigsten an Zwischenfällen beteiligten Hunderassen: Schäferhund, Rottweiler, Dobermann, Golden und Labrador Retriever sowie Hunde der Teckelgruppe – nur diese Rassen sollen für Berlin in den weiteren Erörterungen berücksichtigt werden, waren (…) an den Zwischenfällen beteiligt.“

Was die Autoren gemacht haben: Sie haben sich alle registrierten Beissvorfälle genommen, dann haben sie die der gelisteten Hunde rausgenommen und die der Mischlinge (apropos: „In einigen Kliniken und Tierarztpraxen werden Mischlinge z.B. der ersten Generation derjenigen Rasse zugeordnet, der die Tiere nach dem Exterieur mehr ähneln, in anderen werden diese Tiere Mischlingen zugerechnet.“ Öhöhöh.), dann haben sie geschaut, welche sechs Rassen am häufigsten registriert wurden und haben DIESE ANZAHL gleich 100% gesetzt! Das geht nicht. Entweder man vergleicht eben die Anzahl der existierenden Hunde einer Rasse und ihre registrierten Beissvorfälle mit der Gesamtpopulation an Hunden in einem Bundesland ODER MAN LÄSST ES BLEIBEN! Man kann NICHT in einer Tabelle den Anteil an Schäferhunden an der Gesamtpopulation nehmen und ihn dann einem völlig verfälschten und zusammengekürzten Wert gegenüberstellen, der es so aussehen lässt, als würde jeder fünfte Schäferhund beissen und auch noch superhäufig in Berlin vorkommen, weil ja jeder zehnte Hund in Berlin ein Schäferhund ist. Tatsächlich fallen die Autoren hier auf das gleiche Problem rein, auf das ich hier im Artikel eingehe: Wenn man für seine Studie nur die sechs Rassen auswählt, die am häufigsten registriert wurden, dann lässt man ausser Acht, dass erst die Korrektur mit der Populationsgrösse eines Bundeslandes möglicherweise (!) etwas darüber sagen kann, ob eine Rasse gefährlicher als eine andere ist. Nach meinem Verständnis von Statistik zumindest. Man darf mich aber gerne korrigieren. Bis dahin nehme ich an, dass 2003 1.8% aller Schäferhunde (und ein Teil Schäferhund-Mixe) an registrierten Beissvorfällen beteiligt war. Also etwa einer von 50.

[Erratum Fortsetzung: Wir halten also fest – ich habe mich in Bezug auf diese Tabelle geirrt (was allerdings nicht an dem eigentlichen Artikel ändert, eher weitere Aspekte hinzufügt): Der Anteil der Schäferhunde an der Berliner Gesamtpopulation betrug 2004 10.52%. Gemeldete und registrierte Fälle von Jagen, gesundheitsgefährdend Anspringen und Bissen gab es für den Schäferhund 204 von insgesamt 1020 – also 20%. Das ist überproportional – deswegen die Gegenüberstellung in der oben gezeigten Tabelle 11. Ich habe den Anteil der Schäferhunde der Berliner Gesamtpopulation ausgerechnet, der wegen so einem Vorfall gemeldet wurde: 1.8%. Die Autoren geben diese Rechnung auch für die anderen von den von ihnen begutachteten Hunderassen aus (siehe auch die aktuellen Daten aus Sachsen-Anhalt):

sh_tab14_15Ich bin also auf die Gegenüberstellung dieser beiden Werte hereingefallen – und das obwohl an anderer Stelle jene Herangehensweise, die ich hier bevorzuge, dargestellt wurde. Asche auf mein Haupt.

Parallel mache ich mir jetzt allerdings gerade Gedanken darüber, ob es Rassen gibt, die mit höherer Wahrscheinlichkeit gemeldet und registriert werden als andere. Wird eine Beule bei einem freundlichen Labradorwusel eher toleriert als bei einem rempeligen Schäferhund? Macht es einen Unterschied, ob ein niedlicher Husky Schafe jagt oder ein Rottweiler? Dass man wegen des Bisses einen Chihuahuas vielleicht einfach zur Jodflasche greift, während man bei einem tatsächlichen Biss eines Dobermanns ganz sicher zum Arzt muss, ist klar – das steht nicht zur Diskussion.

Retrospektiv habe ich mich sowieso etwas verzettelt – es ging mir nicht darum, für Schäferhunde oder Listenhunde in die Presche zu springen – Schäferhunde sind mir einfach nah, weil ich welche habe. Mir ging und geht es tatsächlich darum, eine sinnvolle Studie mit ordentlichen Daten zu einem Thema zu finden, dass so viele beschäftigt (und so viel Geld kostet und einbringt).)

So… das war es mit meiner heutigen Zahlenspielerei… hier noch ein niedliches Bild zum Abschluss… als Entschädigung. 😉

kvrj_shooting2 1118_sm
P
S: Eine gute Freundin weisst mich darauf hin, dass es „Beißstatistik“ heissen sollte – ich packe das in die Tags… dann findet es Google auch, ohne dass ich den Titel ändere. 🙂

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Kommentare
  1. Tanja sagt:

    Super geschrieben!
    Habe mich gestern selber über diese Statistik der BILD aufgeregt, als mein Mann mir diese vorlas. Selbst ohne deine hervorragenden Rechenkünste war sehr offensichtlich, dass diese Zahlen absoluter Quatsch sein müssen!
    Vielen Dank für deine Zeilen.
    Gruß, Tanja

  2. Daisy sagt:

    DANKE ! für Deine Mühe und Dein Engagement hierzu. Medien veröffentlichen etwas, um reisserisch zu sein und marktschreierisch ihre Verkaufszahlen zu steigern. Es geht nicht um Information, es geht um ganz andere Dinge: Aufwiegeln, Hetzen, Manipulieren. Schon sehr lange ist das so, nicht nur bei BILD. Was wirklich traurig ist: Es gibt sehr viele Leute, die das, was da geschrieben steht, ungefragt übernehmen. Denn: Was in den Medien steht, dat muss ja stimmen. Ich möchte Deine Recherche gerne auf FB teilen. Ist das o.k.? Je weiter das „Contra“ gestreut wird, desto — Naja. Also, jedenfalls vielen Dank nochmal dafür, dass Du mit Fakten diesen Unsinn widerlegst!

    • Nora sagt:

      Die Bild ist sicher das eine – wobei ich dieser Tage verschiedene Artikel zum Thema hätte verlinken können, die auf den (anscheinend) aktuell herausgegebenen Beissstatistiken beruhen… Seltsam finde ich allerdings, dass die Bundesländer zumindest auf den ersten Blick in den letzten Jahren (um es nicht Dekaden zu nennen) wohl keine Anstrengung unternommen haben, um das Thema mal vernünftig zu beleuchten. Es hätte ja nicht mal jedes Bundesland eine Gesamtpopulation bestimmen müssen, die Werte hätten sich ja, sofern der Datensatz genügend gross ist, auch übertragen lassen – ich finde nur nichts dergleichen.

    • Nora sagt:

      Ah, und: Bitte! 🙂 Und… natürlich darf der Artikel geteilt werden – dafür sind Blogs ja da. ^^

  3. Tobias sagt:

    Ich verstehe die letzte Tabelle etwas anders: Die 20% sind der Anteil an den Beißvorfällen gesamt, die von Schäferhunden verursacht wurden. Kleines Rechenbeispiel:
    Wir haben 1000 Hunde in Berlin. Davon sind 10% Schäferhunde -> 100 Schäferhunde in Berlin.
    Dann hatten wir in Berlin 10 Beißvorfälle insgesamt. Davon wurden 20% von Schäferhunden verursacht -> 2 Beißvorfälle durch Schäferhunde.
    Damit hätten wir eine Beißwahrscheinlichkeit von 2% bei Schäferhunden bezogen auf deren Population. Die 20% Anteil an den Beißvorfällen im Verhältnis zum Anteil am Gesamtbestand von nur 10% zeigt, dass Schäferhunde unverhältnismäßig oft beißen (Was hier nicht meine Aussage sein soll sondern nur meine Interpretation der dargestellten Daten).
    Wenn die Datenlage denn stimmt, dann finde ich die Tabelle selbst sehr aussagekräftig.

    • Nora sagt:

      Ja, so ist es aber eben nicht. Um dein Beispiel aufzugreifen… von den 10 Beißvorfällen in Berlin wurden 6 von Mischlingen verursacht. Von den restlichen 4 war einer von einem Listenhund. Von den restlichen 3 werden noch die weggenommen, die NICHT durch die sechs Rassen verursacht wurden, die am häufigsten gebissen haben. Das sind die 100%, auf die sich dann der Wert in der Tabelle bezieht. Der Fehler ist, dass die sechs Rassen, die am häufigsten gebissen haben, eben nicht mit der Häufigkeit dieser Rasse in der Gesamtpopulation abgeglichen wurden. Wenn es in Berlin 100 Schäferhunde gibt, von denen 1.8% ggf. beissen, dann kann es aber sein, dass es in Berlin 10 Perro del teufelico gibt, die alle beissen (100%), die aber ausgeschlossen wurden, weil sie eben nicht so häufig sind wie Schäferhunde und ihre Bisse deswegen nicht unter den sechs häufigsten auftauchen. 🙂

  4. Andy sagt:

    Vielleicht habe ich etwas Elementares verpasst aber mich stoert an der Rechnung eines.

    30’000 * 0.6 = 18’000
    sollten das nicht eigentlich auch
    50’000 * 0.6 = 30’000

    sein da beides ausgehend von 50000 faellen ist?

    • Nora sagt:

      Ich bin einmal von den Höchstwerten ausgegangen und einmal von den niedrigsten Werten: 50’000 Beissverletzungen, die zu 80% von Hunden verursacht wurden (Maximum) und 30’000 Beissverletzungen, die zu 60% von Hunden verursacht wurden (Minimum). Das ist nicht super, aber ich wollte auch nur die Dimension darstellen.

  5. Bernd sagt:

    Es gibt keinen Grund, Hundebisse so zu verharmlosen. Das ist Körperverletzung! Wenn derartiges Beißverhalten zu den natürlichen Verhaltensweisen von Hunden gehört, dann ist Hundehaltung zur persönlichen Belustigung einfach nur unverantwortlich.

    • Nora sagt:

      Ich wüsste nicht, wo ich in diesem Artikel Hundebisse verharmlose. Natürlich sind Bisse eine Verletzung des Körpers – es sind ja Zähne im Spiel. „Derartiges Beißverhalten“ gehört nach einhelliger Meinung nicht zum normalen Verhalten des Hundes – gravierende Verletzungen entstehen, wie ich schrub, immer dann, wenn genau das eben nicht mehr der Fall ist.

      So… und dann der polemische Anflug in deinem Kommentar: „… zur persönlichen Belustigung…“, womit du ja ausdrücken möchtest, dass Hundehalter schwere Verletzungen bei Menschen lustig finden. Warte… ich muss kurz über eine halbwegs sinnvolle Antwort auf diese Behauptung formulieren… Okay, hier:

      Ahahahaaaa.

      Und jetzt mal im Ernst: Genau solche undifferenzierten Drama-Sätze in Schrottmedien sind der Grund, warum ich die Bild nicht lese. Niemand sollte sich unter egal welchen Umständen aufgrund eines Bild-Textes eine Meinung bilden. Warum das – um zum Thema zurückzukommen – so ist, habe ich hier lang und breit dargelegt.

  6. Ohnoes sagt:

    Mathe ist schwer, es kann eben nicht sein was nicht sein darf.
    Ich hab mir die Studie angeschaut, der Vergleich stimmt schon. Es wird angenommen, dass der Anteil an behandelten Hunden representativ für den Anteil der gesamt Population steht. Dann wird der Anteil an der Population mit dem Anteil an registrierten Beissvorfällen verglichen.
    Der Wert den du Präsentierst die 1,8% sind der Anteil der Schäferhunde aus der Schäferhundspopulation für die Bissvorfälle registriert wurden (angenommen jeder Vorfall entspricht genau einem Hund) Das ist eine Zahl die übrigens auch in der Studie vorkommt:

    Rasse Anteil der Zwischenfälle 2003
    an Rasse (Hochrechnung) in
    %

    Deutscher Schäferhund 1,8

    was die Autoren machen ist übrigens aus der überschrift der Tabelle zu erkennen, dafür brauchst du nicht in den erläuterten Teil der Studie gehen, da steht:
    „Anteil an den Zwischenfällen“
    und nicht „Anteil an der Schäferhundspopulation“

    Die Aussage der 10,53% vs 20% ist, dass Schäferhunde überproportional, im Vergleich zu anderen Rassen an Beissvorfällen beteiligt sind. Diese Schlussfolgerung ist gültig, nach den in der Studie getroffen Annahmen.

    • Nora sagt:

      „Mathe ist schwer, es kann eben nicht sein, was nicht sein darf.“

      Vermutlich muss man sich solche Bemerkungen gefallen lassen, wenn man so etwas mit ein wenig Emotionalität diskutiert. 🙂

      Den gemachten Denkfehler habe ich gerade schon beschrieben und da hilft auch die Überschrift nicht.

      „Zunächst fällt auf, dass der relative Anteil an den Zwischenfällen steigen kann, obwohl die absolute Anzahl auffällig gewordener Hunde unverändert bleibt oder gar sinkt und wahrscheinlich auch die Anzahl der Hunde der entsprechenden Rasse in dem Land unverändert bleibt.“

      Wenn das auffällt, muss man den Datensatz anders angehen. Oder sich überlegen, ob er vielleicht etwas anderes aussagt, als man herausfinden wollte.

      „Der Maßstab für die Gefährlichkeit einer Rasse ergäbe sich somit nicht [!!!] aus den Eigenschaften dieser Rasse, den Umständen, unter denen sie gehalten, aus den Zwecken, für die sie gezüchtet und gehalten, den Eigenschaften des Klientels, welches diese Rasse bevorzugt hält etc., sondern möglicherweise ausschließlich aus all diesen Faktoren, die bei den anderen Rassen dazu geführt haben, dass ihr Anteil an den Zwischenfällen gesunken ist.“

      Ist es nicht bemerkenswert, dass die Autoren diese Möglichkeit einfach ausschliessen, statt genau das zu testen? Stattdessen konstatieren sie schlicht:
      „Aus den genannten Gründen erscheint es nicht sinnvoll, den Anteil der Rassen an den Zwischenfällen mit ihren Anteilen an der Hundepopulation zu vergleichen.“

      … und begründen damit, warum sie sich ihren Datensatz zurechtbiegen, damit sie irgendeine Aussage treffen können, die besser zu dem passt, was sie meinen. Das erläutern sie auf der folgenden Seite in einem Rechenbeispiel, das meines Erachtens manipulativ ist – aber zu diesem Zeitpunkt haben sie schon alle Rassen bis auf die sechs, die am häufigsten registriert wurden, ausgeschlossen und die Argumentation kann gar nicht mehr funktionieren. Den Grund haben sie ja oben genannt: Laut ihrer Daten scheint es nämlich gar keinen Zusammenhang zwischen den wichtigsten Punkten in der ganzen Diskussion um Listenhunde und Beissvorfälle zu geben. 😉

      • Ohnoes sagt:

        Als ich angefangen hatte zu schreiben waren die Kommentare noch nicht da, dann ist bei mir was bis zum abschicken dazwischen gekommen, sorry dafür.

        „Wenn das auffällt, muss man den Datensatz anders angehen. Oder sich überlegen, ob er vielleicht etwas anderes aussagt, als man herausfinden wollte. “

        Nein, dem relativen vergleich der Hunderassen untereinander tut das keinen abbruch. Dieses verhalten ist normal und tritt überall auf wenn man relative grössen vergleicht. Häufig zu finden in Kriminalitätsstatistiken sowie medizinischen Studien. Man muss nur aufpassen welche Schlüsse man daraus zieht.

        Ich glaube du verkennst was die Autoren mit ihrer Studie Aussagen, welche Ergebnisse sie präsentieren. Mit den Absätzten „Der Maßstab für die Gefährlichkeit “ , „Aus den genannten Gründen erscheint es nicht sinnvoll…“ beziehen sie sich ja auf die Tabellen in ihrer eigenen Studie. Sie biegen nichts zurecht sondern erklären wie die Daten zu verstehen sind.

        Sie kommen am Ende ja auch zu dem Schluss:
        „Es gibt nach unserer Auffassung keinen Grund, Hunde und Halter dieser Rassen
        derart unterschiedlich zu behandeln.“
        Was glaube ich ja auch in deinem Sinne ist, oder?

        Ich hab mal eben noch diese Studie des CDC: http://www.cdc.gov/homeandrecreationalsafety/images/dogbreeds-a.pdf
        verglichen mit den amerikanischen Hundezahlen (AKC)
        Dabei komme ich auf einen Anteil von 4,5% der Schäferhundspopulation vs 9,5% (9,3% Dog based)
        Anteil an tödlichen Verletztungen.

        Diese Ergebnisse sind konsistent auch mit denen von Australien uvm. Das muss man einfach anerkennen. Solange nicht jede Rasse gleich im Verhalten ist wird immer irgendeine Rasse(n) mehr beissen im Verhältniss zur Population als andere das ist jetzt auch nichts sonderlich schlimmes sondern einfach normal. Deswegen muss man sich jetzt auch hier nichts schön rechnen.

        (übrigens: Wenn du die Studie Seite 4 Tabelle 3 anschaust dann kannst du lesen das sich die 20% sehr wohl auf die gesamt Zahl aller beiss vorfälle bezieht: 204/1020 und nicht nur die der nicht Mischlinge, Nicht gelisteten (375))

      • Nora sagt:

        Ich schalte deinen Kommentar mal gerade frei und antworte hier nicht, weil ich das direkt in den Artikel einfüge… Ein hochoffizielles Erratum folgt, fürchte ich. 😀

        Im Grunde war mein Ziel nicht, etwas in meinem Sinne zu veröffentlichen – primär ging es mir ja nicht mal um diese Veröffentlichung, aus der ich nur den prozentualen Anteil an Schäferhunden an der Gesamtpopulation gezogen habe. Die Tabelle habe ich ganz offensichtlich falsch verstanden (weswegen ich deine hiesige Erläuterung auch im Text verlinke und meine falschen Worte dennoch stehen lasse, damit niemand glaubt, ich hätte Ahnung von Mathe. ^^ ).

      • Nora sagt:

        Nachtrag: Ich kann nicht herausfinden, wie du auf die Werte kommst… Die Einleitung der Diskussion des CDC-Artikels ist allerdings gut und spricht nochmals Aspekte an, die spannend sind.

  7. Richard sagt:

    Danke für die coole Aufarbeitung. Du machst aber einen grundlegenden Fehler: du versuchst die Artikel von Bild mit gesundem Menschenverstand zu erklären. Das wird nicht funktionieren. Denn deren wichtigstes (und vielleicht einzigstes) Ziel ist Auflage. Werbung verkaufen. Ein Klickhure. Nicht mehr und auch nicht weniger. Fakten (falls es welche gibt) in Artikeln sind nicht wichtig und werden nur berücksichtigt, wenn sie dadurch Ziel Nr. 1 nicht stören oder fördern. Im zweiten Fall werden Fakten gerne auch einmal ‚interpretiert‘.

    Was die Zahl und Rassen der Hunde pro Bundesland angeht, kann die vielleicht das Haustierregister Tasso weiterhelfen. Frag doch die mal.

    • Nora sagt:

      Der Bild-Artikel war ja letztendlich nur der Einsteiger – ich würde niemals den grundlegenden Fehler begehen, Bild-Texte ernstnehmen zu wollen. Der Text hat mich einfach nur zu diesem Thema gebracht und… naja, Ehre, wem Ehre gebührt… nein, niemals!… die Bild ist eben schuld. Interessanter fand ich die Tatsache, dass ganze Bundesländer ihre Verordnungen an recht wenig festmachen, denn irgendwo in Berlin sollte doch ein Mensch sitzen, dem klar ist, dass ganze Zahlen nicht immer gut geeignet sind, um sich eine Meinung zu bilden.

      Das mit Tasso habe ich tatsächlich überlegt, wenn auch nicht versucht. Danke für den Tipp – wenn ich die Kapazität dafür finde, versuche ich das vielleicht mal. 🙂

  8. spooky_rabbit sagt:

    So wahr. Bild ist ja immer wieder Klassenbester, wenn es darum geht mit Statistiken zu lügen (oder auch: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast…).

    Oh, wenn ich versuche den Blogeintrag auf auf Facebook zu teilen bekomm ich folgende Meldung:
    „Warning: This Message Contains Blocked Content: Your message couldn’t be sent because it includes content that other people on Facebook have reported as abusive.“

    • Nora sagt:

      Ja, das ist witzig. Tatsächlich habe ich den Blog-Beitrag hier veröffentlicht, dann die URL kopiert und wollte sie auf meinen FB-Seiten posten. Zwischen der Veröffentlichung und dem Postversuch auf FB lagen also maximal, sagen wir, rundherum hm… 15 Sekunden. Und trotzdem habe auch ich direkt diese Meldung erhalten, bin mir aber ganz sicher, dass das ein Fehler ist, denn a) ist an dem Artikel nichts abusive (die Bild kann sich echt nicht beschweren!) und b) war die Zeit einfach zu kurz, als dass den Artikel tatsächlich jemand hätte melden können… wegen was auch immer. 🙂

  9. Alex sagt:

    Hach, ich erinnere mich bei solchen Artikeln immer an meine Studienzeit in Kiel. Meine Professorin sollte dem Land Aussagen über die Gefährlichkeit der unterschiedlichen Rassen liefern, als Grundlage für den Hundeführerschein bzw. die Diskussion darüber. Immerhin wurde mal jemand gefragt, der sich damit auskennt, aber sie war sehr erbost, dass man das an der Rasse festzumachen versuchte. 😉

  10. C-Punkt sagt:

    Unfassbar – da diskutieren die Leute über einen Artikel, der im Gegensatz zu einschlägigen Springerpublikationen recherchiert ist, regen sich auf und melden es bei Facebook. Liebe Nora, ich kann deinen guten Artikel deswegen leider nicht teilen 😦

    • Nora sagt:

      Doch, doch. Diese Meldung ist ein Fehler, der (s.u.) irgendwelche anderen Gründe hat. Wenn du die URL in FB kopierst und die Meldung einfach schliesst (was aber offensichtlich von der mobilen FB-Variante aus nicht geht), dann kannst du den Link auch posten. So habe ich es auch gemacht – ca. 15 Sekunden nachdem ich den Artikel hier veröffentlicht hatte. 🙂

  11. C-Punkt sagt:

    Hat dies auf sandra c. maschke rebloggt und kommentierte:
    Seit ein paar Tagen werde ich immer wieder auf diese unsäglichen Artikel in der Bild und der Welt hingewiesen, und ja, mir drängte sich der Eindruck auf, dass die Springerpresse sich einmal wieder zum Ziel gesetzt hat, Hysterie während der Sommerpause zu schüren.

    Umso schöner, dass Nora von Antis Blog sich die Mühe gemacht hat, diese angeblichen Statistiken aufzudröseln.

  12. Hallo Anti & Team!

    Über einen Link in unserer facebook-Gruppe wurde ich auf euren Blogeintrag aufmerksam – herzlichen Dank dafür!

    Da erlaube ich mir doch gleichmal, diesen in unser Archiv aufzunehmen – denn Aufklärung tut in Sache Hund (und Steuer) mehr als Not … *augenbraue heb – augen ein bißchen verdreh* … und ich würde mich sehr freuen, wenn auch die Bürgeriniative Wir Gegen Hundesteuer nicht nur ein Linkplätzchenbei euch, sondern viele weitere Unterstützer erhält, um eine neue Klage auf den Weg bringen zu können?! 😉

    Viele Grüße

  13. Petra Werner sagt:

    Zur Info! Wollte diese gute Gegendarstellung zu FB teilen, da der BILD Artikel in meinem Freundeskreis auch Thema war. Zu meinem großen Erstaunen erhielt ich folgende Mitteilung – „Warnung: Diese Nachricht enthält blockierte Inhalte: Deine Nachricht konnte nicht gesendet werden, da sie Inhalte enthält, die andere auf Facebook als missbräuchlich gemeldet haben.“ Ich habe den Link zu diesem Artikel trotz allem on bekommen, wenn auch ohne Vorschaubild etc. Also, hat den Artikel wohl jemanden so nervös gemacht, dass man ihn gemeldet hat. Spannend oder?! Viele Grüße und noch einen tollen Sonntag Abend. Weiter so!!!!

    • Nora sagt:

      Hallo Petra,

      ja, das wäre sicher spannend, aber ich denke, so spektakulär ist es nicht – ich wollte den Artikel wenige Sekunden, nachdem ich ihn hier veröffentlicht hatte, auf FB posten und auch da kam bei mir schon diese Meldung. Ich denke, dass es ein Fehler ist – woran immer es liegen mag, ich glaube nicht, dass es an den Inhalten liegt. 🙂

      Danke für die Info!

  14. Marcus sagt:

    Hallo, ich verstehe nicht was dieser Artikel soll!? Können wir nicht einfach alle gemeinsame ganz panische Angst vor links-griechischen Asylhunden haben? Ist das zuviel verlangt?? Denkt denn keiner an die Kinder??? (Wer den Sarkasmus findet darf ihn behalten 😉

  15. Judith sagt:

    Hej,
    Wenn man jetzt bei all der Rechnerei zum Schluss kommt, dass Schäferhunde häufiger beißen als Pudel ( oder eben häufiger als der eine asi-Pudel, der im Grunde nur ängstlich ist, weil er als welpe mal einen schlechten Tag hatte 😉 ), dann frage ich mich trotzdem, in welcher Weise eigentlich Diensthunde an der Statistik mitwirken.
    Für die Statistik ist es doch eigentlich egal ob da ein verstauchter Knöchel verursacht wurde, weil besagter Pudel mal wieder die Nachbarin angesprungen hat, die dann unglücklich gestürzt ist oder ob es sich um eine Attacke eines Polizei-Hundes (in aller Regel sind das ja nunmal Schäferhunde) auf ausdrückliche Anweisung des Diensthundeführers handelt z.b. um einen Randalierer in die Schranken zu weisen.

    Viele grüße,
    Judith

    • Nora sagt:

      Es gibt Studien (wie beispielsweise die hier in den Kommentaren verlinkte), die Beissvorfälle mit Diensthunden aus der Rechnung nehmen. Bei dem, was ich sonst so mitbekommen habe, wird bei der Ursache des Vorfalles praktisch gar nicht differenziert. Was mir vollkommen unverständlich ist, weil nur eine Analyse der tatsächlichen Begebenheiten (die immerhin ja bei einer Vorladung zur Beurteilung in Deutschland nicht nur vom Halter, dem behandelnden Arzt, sondern auch von Zeugen aufgenommen wird) wirklich ein Bild darüber liefern könnte, aus welchen Gründen Hunde beissen oder verletzen oder jagen (ich muss das Jagen einfach immer mit rein nehmen, weil Jagen im Normalfall in einem komplett anderen Kontext steht als es eben ein sozialer Konflikt tut). Hätte man ein besseres Bild, dann könnte man:

      – die Maßnahmen viel besser an die Problematik angleichen
      – Hundetrainer könnten gegebenenfalls viel klarer auf eine Problematik eingehen
      – Halter könnten viel besser erkennen, welches Verhalten denn tatsächlich gefährlich ist

      Bisher habe ich eher das Gefühl, dass irgendwer die Idee hatte, dass die Rasse das Problem ist – danach wurde eigentlich nichts mehr unternommen, um diese Hypothese zu überprüfen.

      Ich bin mir darüber hinaus gar nicht mehr so sicher, ob Deutsche Schäferhunde immer noch den Hauptanteil der Diensthunde ausmachen oder ob das heute nicht eher Belgische Schäferhunde, Malinois, sind. Wenn dem so wäre, dann sollten die vermutlich in den Statistiken entweder weiter oben auftauchen – oder der Anteil dieser Verletzungen ist verschwindend gering, weil die Tiere grundsätzlich erstmal der Einschüchterung dienen und im Speziellen viel mehr Aufgaben haben: Als Spürhunde werden sie auf Drogen, Sprengstoff, Geld, Lebensmittel trainiert, soweit ich weiss.

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