Beinahe ein Interview

Veröffentlicht: 4. Mai 2014 in Allgemein
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Es gibt Medien, von denen ich mehr erwarte als von anderen. Das ist normal, denke ich – und es wird immer jemanden geben, der rumstänkert. Heute mache ich das mal.

Ende April erschien auf FAZ.net, dem Online-Abkömmling eines grossen, renommierten Tagesblattes und keiner Ramschzeitung, ein Interview mit dem Hundepsychologen Thomas Riepe. Und schon bei der Einleitung der zweiten Frage musste ich mich so aufregen, dass ich den Rest des Interviews kaum ernst nehmen konnte – die Antworten waren da fast irrelevant, denn die Fragen waren schon selten blöd.

Ständig jammern die Menschen über Burnouts oder Depressionen, alles sei so anstrengend. 

„Jammern“ ist ein schwieriger Begriff. Man denkt an ein quengeliges Kind an der Supermarktkasse, dessen Mutter tapfer versucht, ihm den Schokoriegel zu verweigern. Wenn die Journalistin keine Erfahrung mit Burnouts und Depressionen hat, sollte sie sich respektvoller und umsichtiger ausdrücken. Wenn sie das nicht kann, dann sollte das ein Redakteur korrigieren. Das war mein Stein des Anstosses – und jetzt mache ich mir den Spass und führe das Interview mit mir selbst.

Frau Anti-Mensch, ich mache mir Sorgen um den Gemütszustand der Hunde in Deutschland.

Es lohnt sich eher, sich Sorgen um den Gemütszustand der Menschen – unter denen auch Hundehalter sind – zu machen.

Ständig jammern die Menschen über Burnouts oder Depressionen, alles sei so anstrengend. Für Hunde muss es doch viel schlimmer sein: Verkehrslärm, ewiger Erziehungsterror, allgemeine Fremdbestimmtheit. Sie sind Hundehalterin, gibt es mehr depressive Hunde als früher?

Da Sie das Wort „jammern“ so despektierlich verwenden, haben Sie sich offensichtlich noch nicht mit diesen Erkrankungen befasst. Tun Sie das – es lohnt sich. Vor allem in Hinblick auf Ihre erste Aussage. Zu Ihren weiteren Aufzählungen: Ich empfehle Ihnen eine Reise ans Mittelmeer. Dort setzen Sie sich mal ein paar Abende in der Zikaden-Hochsaison ans Meer und erfreuen sich dann ganz unbewusst an einem neurologischen Mechanismus, der sich ‚Habituation‘ nennt. Wenn Hunde derart empfindlich wären, würden sie nicht bellen. Sie würden auch menschliche Gespräche nicht vertragen oder Vogelgezwitscher.

Mit Ihrem letzten Aufzählungspunkt „allgemeine Fremdbestimmtheit“ werden Sie fast philosophisch… Empfindet ein Hund Fremdbestimmung? Ist es fremdbestimmend, wenn es im Winter kalt wird? Wenn man kein Futter findet? Wenn man Darmparasiten mit sich herumträgt, die einem die mühsam zusammengejagte Nahrung wegfressen? Empfindet es ein Rüde als Ungerechtigkeit, wenn eine Hündin sich gegen ihn und für einen kräftigeren Rüden entscheidet? Sollte es einen Gerichtshof für individuelle, canide Diskriminierung geben? Sie schmunzeln? Ja, dann wählen Sie doch einfach Ihre Worte etwas überlegter.

Soweit ich weiss, gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung oder einen Nachweis darüber, dass Hunde depressiv werden können. Es mag Erkrankungen und Verhaltensstörungen geben, die – durch eine vermenschlichte Brille betrachtet – einen Hund depressiv erscheinen lassen. Soweit ich weiss, gibt es aber keinen Hinweis darauf, dass das Bewusstsein und die Psyche des Hundes dazu in der Lage sind, eine gedanklich basierte Depression zu erfahren, die sich durch therapeutische Gespräche behandeln liesse.

Aber über den „ewigen Erziehungsterror“ können wir gerne weiter sprechen.

Woran liegt das?

Ich erlebe es tatsächlich so, dass unsere heutige Gesellschaft derart dicht und kontrollierend wirkt, dass ein enormer Druck auf Hundehaltern liegt. Es grenzt an Terror, was die Gesellschaft von Hundehaltern erwartet, wenn es um die Funktionalität eines Tieres geht, das uns seit mehreren Jahrtausenden begleitet. Unterstützt wird das durch die Medien, die erkannt haben, dass Hunde ein Thema sind, das Leser interessiert.

Warum lässt man den Hund nicht einfach Hund sein?

Hier muss ich kurz zu Herrn Riepes Antwort schielen, der das mit „Der Mensch lebt nur noch von Tipps.“ begründet und das anscheinend dramatisch und bezeichnend für die moderne Gesellschaft findet. Tipps gab es schon immer. Tipps sind Teil der menschlichen Kommunikation – gäbe es keine Tipps, gäbe es vermutlich die Erfindung des Rades nicht. Tipps sind nur dann belastend, wenn man sie als Druck, Kritik oder gar Drohung empfindet und damit nicht umgehen kann. Da liegt – meines Erachtens – das Problem unserer Gesellschaft. Fern von so vielem, google-schlau und dennoch dumm wie eh und je kämpfen wir uns durch unser Leben und haben verlernt, uns miteinander zu beschäftigen, Fremdbestimmung zu ertragen, weil uns Freiheit als höchstes Ziel suggeriert wurde, obwohl nie auch nur die geringste Chance darauf bestand – und Kritik zu ertragen, weil jeder Fehler ein Zeichen für Schwäche ist und nicht mehr als Ansatzpunkt, etwas zu verbessern, angesehen wird. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem – und auch das der Hundehalter.

Warum lassen wir den Hund nicht einfach Hund sein? Weil das in unserer Gesellschaft mit seiner Bevölkerungsdichte nicht mehr geht. Permanent käme es zu Autounfällen, bei denen vermutlich nicht nur der Hund sterben würde. Es käme zu Verletzungen bei Kindern, weil die nicht wissen und auch nicht mehr lernen, wie ein Hund sein kann. Und ihre Eltern wissen es auch nicht mehr. Ich habe erlebt, wie Eltern im Zoo hysterisch wurden, weil dort Meerschweinchen draussen statt in kleinen Käfigen gehalten wurden, wie Kattas vor den Kindern zu Waschbären gemacht wurden und wie Kindern den Tierpfleger ganz ernsthaft fragten, ob man denn hier die Lila Kuh sehen könnte. Diese Gesellschaft entfremdet sich derart von der Natur, die sie umgibt, dass sie zwar genau wissen, warum ihr Smartphone gerade piept, aber eine Schwebfliege nicht von einer Wespe unterscheiden können.

Wir müssen wieder lernen zu differenzieren und eine gewisse Bodenständigkeit in unserem Leben finden. Kann mein Hund Sitz? Ist das wichtig? Kann mein Hund darauf verzichten, kleine Kinder zu beissen? Ist das wichtig? Natürlich ist das überspitzt formuliert – aber dieses ganze Interview ist ja auch… überspitzt.

Gibt es in der Hundepsychologie den Begriff Helikopter-Herrchen – für Besitzer, die überfürsorglich um ihr Tier kreisen?

Keine Ahnung. Ich bin keine Hundepsychologin. Was es aber definitiv gibt, sind Halter – wie Eltern – die in der ständig paraten Informationsflut des Internets die Orientierung verlieren und aus der Unsicherheit der Unwissenheit heraus versuchen, ihren Liebling (ich lasse offen, ob das Hund oder Kind ist) vor allem zu beschützen. Zwischen Medienhetze und Marketing, Marktschreierei und Glaubensfragen wissen Hundehalter heute schlicht nicht mehr, was richtig ist – und weil sie sich selbst schon kaum verstehen, können sie auch nicht aus dem Bauch heraus entscheiden, was für ihre Hunde richtig ist.

Es wäre enorm wichtig, wenn Hundehalter einen Leitfaden an die Hand bekämen, der sie darüber aufklärt, was okay ist und was nicht. Und der ihnen vermittelt, dass sie ruhig sich selbst und ihrem Urteilsvermögen vertrauen dürfen, wenn es um ihren Hund geht. Das hindert niemanden daran, dann trotzdem Tipps und Kritik anzunehmen – dafür ist Kommunikation ja da: Austausch von Erfahrungen.

Was ich durchaus beobachte, sind Hunde, bei denen sich der Gemütszustand und das Leben des Halters überträgt und die so mitunter permanentem Stress ausgesetzt sind. Einige vertragen das besser, andere schlechter. Manchmal kann es helfen, mit dem Hund an dem Problem zu arbeiten, weil sich seine Entwicklung direkt auf die des Halters überträgt – und manchmal wäre es richtiger und wichtiger, sich mit dem Halter zu befassen… und dann zu sehen, welche Auswirkungen das auf den Hund hat.

Gibt es Rassen, die von Natur aus eher entspannt sind?

Ja. Und es gibt Rassen, die Stress direkter und indirekter ausleben. Stress bleibt Stress – und man sollte sich als Halter darum bemühen, der Ursache des Problems entgegen zu wirken, anstatt sich eine Rasse zu suchen, die am eigenen Stress weniger offensichtlich kaputt geht. Stress ist für den Menschen gleich gefährlich wie für jedes andere Wesen. Womit wir wieder bei Ihrer unreflektierten Äusserung am Anfang dieses Interviews wären.

Was sicher Sinn macht, ist, sich den Hund nach den eigenen Lebensbedingungen auszusuchen. Ist das eigene Leben sowieso schon turbulent und schnell, muss man sich nicht einen Charakter an Hund zulegen, der dafür enorm empfänglich und unverträglich ist. Möchte man Zeit und Aktivität mit dem Hund verbringen, ihn als Partner für den Ausgleich körperlicher Betätigung gegen den Arbeitsalltag einbeziehen – dann sollte es ein Hund sein, dessen Körperbau und Mentalität dem entgegen kommt. Oder ihn daheim lassen, wenn man joggen geht.

Wie kann man Hunde-Depressionen vorbeugen?

Indem man nicht einfach einen Begriff – laut meinem jetzigen Wissensstand – erfindet und sich auf die Fakten konzentriert: Der Mensch ist der, der Depression erfährt und dem geholfen werden kann. Auch durch den eigenen Hund.

Herr Riepe, der Hundepsychologe, erläutert an dieser Stelle, wie sich Strassenhunde, Wölfe und Wildhunde im Alltag verhalten. Auf die Schnelle konnte ich keine Ethogramme im Netz zum Tagesablauf von Wölfen, Wildhunden oder Strassenhunden finden. Wenn sie sich wie andere Räuber verhalten, werden sie aber – anders als Herr Riepe behauptet – nicht den Grossteil des Tages damit verbringen, ihr Revier zu durchwandern. Da gibt es Kosten-Nutzen-Faktoren, die ein wildlebendes Tier mit einberechnen muss, auch wenn es das nicht bewusst tut. Wer zu viel Energie verschwendet, verhungert. Wer zu wenig Energie aufwendet, verliert sein Revier und damit die Quelle für Futter.

Momentan ist ein Bekannter von mir am Malawi-See in Afrika. Die dortigen Strassenhunde ruhen laut seiner Aussage den grössten Teil des Tages und begeben sich am Abend und in der Nacht auf Streifzüge. Aber vielleicht irrt er sich auch. Oder vielleicht doch Herr Riepe?

Darüber hinaus gibt es Verhaltensauffälligkeiten beim Hund, an denen man arbeiten kann. Indem man 1. die Ursache ermittelt und 2. etwas dagegen unternimmt und 3. mit dem Hund bewusst diese Veränderung trainiert, weil das 4. bei der Umsetzung der Änderung hilft. Dafür gibt es im deutschsprachigen Raum eine ganze Reihe kompetente Hundetrainer. Wie man die findet, ist noch mal eine andere Frage.

Und zwar?

Hier kann das Internet enorm hilfreich sein. Wichtig ist, wie ich finde, dass man vor allem auf folgendes achtet: Der Hundetrainer sollte sich der Rolle des Menschen bewusst sein und er sollte in der Lage sein, seine Methoden der Halter-Hund-Kombination anzupassen, die vor ihm steht. Wer sich nur auf einzelne Philosophien und marketingstrategisch definierte Ansätze konzentriert, besitzt nicht die geistige Flexibilität, um sich mit dem individuellen Fall auseinander zu setzen. Das klingt viel gemeiner, als ich es meine – Ihr Redakteur kann das bestimmt noch aufhübschen.

Also warum der ganze Quatsch mit Agility und so was?

Quatsch? Sollten Sie als Journalistin nicht unvoreingenommener sein oder wenigstens im Interview versuchen, objektiv Fragen zu stellen? Vor allem, wo Sie doch anscheinend für die FAZ schreiben? Ich frage ja nur…

Ganz persönlich muss ich sagen, dass ich beim Agility-Sport auch Verbesserungsmöglichkeiten sehe. Aber an der „Arbeit“ mit dem Hund ist grundsätzlich nichts auszusetzen – und nichts anderes ist Hundesport. Was soll der Hund heute sonst auch noch für eine Funktion erfüllen? Viele Rassen oder Rassetypen hatten einst eine Aufgabe und wurden auch darauf selektiert. Für ihre Gene heute können die Tiere nichts. Herr Riepe begründet: „Weil wir selbst uns wohlfühlen wollen auf Kosten des Hundes…“. Das ist per se richtig, aber auch enorm vereinfacht, um nicht „platt“ zu schreiben. Für alles sollte es ein Maß geben – und dann fallen auch die Kosten nicht ins Spiel. Einst wurde ein Jagdhund, der nicht ordentlich arbeitete, auch nicht getätschelt und in die nächste (erfolglose) Runde geschickt. Überall macht die Dosis das Gift – es liegt auch in der Verantwortung der Halter, der Trainer und Mittrainierenden, regulierend einzugreifen, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

Wir sind heute nicht mehr den ganzen Tag draussen unterwegs und arbeiten körperlich. Die industrielle Revolution hat viele Neuerungen mit sich gebracht, die einem Tier wie dem Hund nicht entgegen kommen. Ein Hund hat nichts davon, im Auto herumkutschiert zu werden (der Mensch übrigens streng genommen auch nicht). Nicht jeder hat heute einen geeignet grossen Garten und herumlaufen lassen geht dank des extrem ausgebauten Strassennetzes nicht.

Einem Hund abzuerkennen, dass er Aufgaben erfüllen kann und sie als Ersatz für die Jagd zur Nahrungsbeschaffung, das Revierablaufen und das Kämpfen um Vermehrungserfolg einen passablen Ersatz darstellen können, finde ich falsch. Oder – um es ebenfalls platt zu sagen: Einmal um den Block plus ein Kauknochen machen keinen glücklichen Hund.

Sind Depressionen bei Hunden immer von Menschen verursacht?

Herr Riepe antwortet: „Ja, das beobachtet man in der Natur eigentlich nicht…“ und ich werfe ein: „Merkste wat?“ 

Herr Riepe meint: „Wir pushen ihn ständig und erziehen ihn nach Schema F.“ und ich frage: „F steht für Ferpsychologisieren?“

Keine Frage: Ich nenne manche Probleme, die ich bei Hunden sehe, auch psychosomatisch. Aber ich erlaube mir das, weil ich kein Hundepsychologe bin und mir das erkläre, indem ich mich auf andere Mechanismen berufe, die in der Tierwelt bekannt sind: Anhaltende negative Stressoren können somatische Symptome – und auch Verhaltensprobleme – verursachen. Als Depression würde ich das nicht bezeichnen.

Man sollte den Hund nicht derart losgelöst vom Menschen betrachten, wenn man sein ganzes Interview doch auf der Tatsache aufbaut, dass der Hund nunmal mit seinem Menschen in dessen gesellschaftlichen Strukturen lebt. Nein, ich behaupte sogar, das geht gar nicht. Wenn ein Halter es derart mit Agility übertreibt, dass sein Hund gravierende Verhaltensauffälligkeiten zeigt, weil er permanent gestresst wird… dann ist auf seiten des Halters etwas im Ungleichgewicht. Das ist beachtenswert und sollte geändert werden. Wenn der Hund von da an Zuhause bleibt und nicht mehr Agility läuft, der Halter aber in sein Unwohlsein weiterlebt – ist keinem geholfen.

Dabei will er nur ruhig vor sich hin leben.

Will er das? Ist die Physiologie des Hundes (eigentlich ist es egal, welches Lebewesen wir wählen) darauf ausgelegt, in Reizlosigkeit zu funktionieren, aber bei den kleinsten Belastungen kaputt zu gehen? Das ist möglicherweise Ihr Wunschdenken – aber mit dem Hund hat es wenig zu tun, würde ich meinen.

Ab jetzt wird das Interview etwas verschwurbelt, denn Herr Riepe greift die Hundespielwiesen auf, die er offensichtlich für ein Werk Satans hält. Seine Antworten suggerieren, dass dort hauptsächlich gemobbt wird (noch so ein übernommener Begriff), Gestörte herumlaufen und der Hund nicht fliehen kann. Und dabei wolle er doch nur Freunde treffen.

Was witzig ist, denn… wenn Herr Riepe doch so viele wilde Hunde und Hundeartige beobachtet hat, sollte ihm dann nicht aufgefallen sein, dass das mit den Freundschaften so eine Sache ist, wenn es um’s Überleben geht. Im übertragenen Sinne natürlich? In dem Zusammenhang lohnt es sich, sich mal ein Lorenz-Buch über Aggression zu schnappen und sich einzulesen: Wofür sind Reviere gut? Wofür sind Im- und Emigration gut? Was ist Konkurrenz? Stattdessen kommt Herr Riepe mit „Gedankenkarussellen“. Beim Hund natürlich. Wer dem Hund so viel Bewusstsein zuschreibt, vermenschlicht. Wer derart vermenschlicht, sieht den Hund nicht mehr als das, was er ist: ein domestiziertes Raubtier. Und dann muss man möglicherweise die Frage aufwerfen, wie hundgerecht eine Haltung noch sein kann, wenn das gedankliche Grundgerüst schon nicht stimmt.

Ich sehe zwar, dass es auch Hunde gibt, die anders leben und erzogen sind – aber ich würde behaupten, dass es in der Natur des Hundes liegt, seine Gruppe und sein Revier gegen fremde Artgenossen zu verteidigen. Viele Verhaltensweisen des Hundes ergeben in dem Komm-wir-gehen-Freunde-treffen-Kontext keinen Sinn – wie zum Beispiel das Markieren, das Wetzen oder Rüdendiskussionen.

Wie kann man den Hund glücklich machen?

Ich glaube, dass ein Hund glücklich ist, wenn die Strukturen, in denen er lebt, ausgeglichen sind. Wenn nicht jeder Furz zum medizinischen Notfall wird und nicht jeder Beller zu einem depressiven Schub beim Frauchen führt. Hunde sind soziale Tiere, in deren Natur es liegt, den Befindlichkeiten in ihren Strukturen Aufmerksamkeit zu schenken. Es geht darum, Konflikte zu erkennen, Grenzen zu verstehen, Freiheiten zu geniessen. Es geht darum, soziale Kontakte innerhalb seiner Gruppe zu pflegen, den Zusammenhalt zu festigen und seinen individuellen Spielraum darin zu leben. Dem Hund ist es egal, ob er Trockenfutter bekommt, solange er es verträgt. Er frisst, wird satt und damit ist das Bedürfnis befriedigt. Er kann nur dann Teil einer menschlichen Familie sein, wenn auf sein Sein als Hund Rücksicht genommen wird.

Womöglich ist die wichtigste Frage, die man sich immer wieder stellen sollte: „Sehe ich meinen Hund oder sehe ich einen Menschen?“ Und wenn man das Gefühl hat, etwas stimme nicht, dann sollte man sich möglicherweise zuerst die Frage stellen: „Wie geht es mir?“

 

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