Helicobacter-Infekt 1

Veröffentlicht: 3. Mai 2013 in Allgemein
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Gerade hat mir Ixy zwei mal ins Feld gekotzt – und ich habe mich gefreut… Warum das so ist, davon werde ich hier berichten – auch, weil es im Netz bisher kaum Informationen darüber gibt.

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Schon an dem Tag, als Ixy hier einzog, geschah etwas sehr Seltsames, das ich lange nicht einordnen konnte. Der Ablauf war immer ähnlich und meist ziemlich dramatisch: Ohne jegliche Vorwarnung begann Ixy mit ihren acht Wochen zu schlucken, erst ein paar Male mit geschlossenem Maul, dann machte auch die Zunge Schluckbewegungen. Dabei wurde Ixy immer hektischer und schluckte immer mehr – vor allem Luft. Man konnte, vor allem als sie ein Welpe war, förmlich zuschauen, wie sie sich so selbst aufpumpte. Sie ging dann dazu über, Wasser zu trinken – hysterisch… unglaublich viel Wasser, bis sie es erbrechen musste. Wenn sie es erbrochen hatte, wollte sie unbedingt Gras fressen – liess man sie das Gras fressen, frass sie so viel, bis sie es erbrechen musste. In jeder Sekunde dazwischen schluckte sie weiter. Konnte sie nicht an Gras kommen, nahm sie alles, was ihr in die Quere kam: Papierschnippsel, Holz, Staub… ja, sie kroch als Welpe sogar unter Möbel, nur um möglichst viel Staub zu finden, den sie auflecken und schlucken konnte.

Das Ganze resultierte nicht nur in beeindruckendem Gluckern im Bauch, sondern natürlich auch zu recht massivem Durchfall, der sicher auch der Aufregung und dem vielen Wassertrinken gezollt war.

Bei dem ersten Anfall wurde mir schnell klar, dass Ixy gerade keine geeignete Lösung für das Problem fand. Mir blieb in dieser Situation nichts anderes übrig, als Ixy einfach festzuhalten. Ich hielt sie und beruhigte sie, ohne sie zu trösten, weil ich nicht wollte, dass sie durch die Aufmerksamkeit noch hysterischer würde. Nach einigen Minuten ging es ihr sichtlich besser. Jede Aufregung trug allerdings die Gefahr, dass sie einen neuen Anfall bekommen konnte. Auch konnte es ausreichen, wenn sie sich aus der stehenden in die sitzende Position begab, um einen Schluckanfall auszulösen. Das ganze Phänomen schob ich damals darauf, dass Ixy sich zu sehr aufgeregt hatte, als sie zu uns kam. Das neue Heim, der grosse andere Hund…

Wir zeigten Ixy in den nächsten Wochen einem Tierarzt, er konnte allerdings nicht mehr feststellen, als dass ihr Rachen ein wenig gerötet war – was nach dem, was sie während des Anfalls alles versuchte, kein Wunder war. Mehr konnte er bei der schnellen äusserlichen Kontrolle nicht feststellen. Auch ein weiterer Tierarzt war ratlos, als ich ihm die Symptome beschrieb.

Das Problem mit den Anfällen – das wurde bald klar – war, dass ein Anfall die Kehle so empfindlich machte, dass ein neuer Anfall schnell provoziert war. Je öfter die Anfälle auftraten, desto mehr wurde klar, was da passiert: Aus nicht erkennbaren Gründen übersäuerte der Magen massiv, die Magensäure stieg auf oder wurde aufgestossen, reizte die Kehle – und durch den beim Hund ausgelösten Automatismus des Schluckens, Trinkens, Gras Fressens – schlimmer noch: irgendwelche Gegenstände Fressens – und Erbrechens wurde alles noch schlimmer. Akute Massnahmen waren schlussendlich: Ixy fixieren und beruhigen. In schlimmen Fällen etwas geben, dass die Magensäure neutralisiert, nie unbeaufsichtigt lassen, Wasser nur dosiert zulassen, kein Gras fressen lassen.

ixy 13wochen 004smWichtig war es auch, Ixy nicht frei laufen zu lassen – selbst eine Zeit nach einem Anfall war die Bauchregion und der Magen vom Luftschlucken oft so aufgebläht, dass mir das Risiko einer Magendrehung zu gross war – ausserdem war nie abzusehen, was Ixy in ihrer Hysterie ganz beiläufig aufnimmt und verschluckt… da waren auch mal Steine dabei.

Über ein Forum (das hier nicht genannt wird, weil seine Betreiber Psychopathen sind) lernte ich durch Zufall die Besitzerin einer von Ixys Schwestern kennen. Und eines Tages eröffnete sie einen Thread, der den Titel trug: ‚Licky Fits‘ und in dessen Beschreibung ich exakt Ixys Symptome wiedererkannte – der Unterschied lag darin, dass es Ixys Schwester offensichtlich viel schlechter ging. Sie hatte es geschafft, in ihrer Hysterie ob der Schluckanfälle Dinge zu fressen, wie das komplette Innenfutter eines Körbchens oder ein Handtuch. Weil das den Magen verstopfte, musste der wiederum operativ ausgeräumt werden, war aber dennoch nachhaltig geschädigt, wie eine Endoskopie zeigte.

Hinzu kam, dass wir beide feststellten, dass die Verdauung von Ixy und ihrer Schwester nicht gut war – sie war nicht nur nicht optimal… egal, was man Ixy fütterte, der Kot war immer breiig bis dünnflüssig – nur ganz selten war er fest, am ehesten am Morgen. Eigentlich hatte ich immer das Gefühl, dass die Konsistenz des Kotes damit zusammenhängt, dass Ixy so viel trinkt – und im Verhältnis zu Anti trank sie wirklich unglaublich viel. Irgendwann in dieser Zeit hat sie es sich auch angewöhnt, als Übersprungshandlung zu trinken: Dreimal schlabbern, einmal wegrennen, dabei aber nicht runterschlucken und so insgesamt und je nach zeitlichen Kapazitäten die Küche unter Wasser setzen. Sie wurde demzufolge auch erst recht spät halbwegs zuverlässig stubenrein – es war kaum möglich, so oft mit ihr rauszugehen, wie es ihr Trinkverhalten nötig machte.

Übrigens scheinen auch beide Hunde, Ixy und ihre Schwester, sogenannte ‚Zungenzeiger‘ zu sein – Ixy mehr als die Schwester…  ob es da einen Zusammenhang gibt, kann ich auch nicht sagen. Insgesamt ist es bei Ixy aber definitiv so, dass sie ihre Zunge ungewöhnlich wenig unter Kontrolle hat und diese nach meinen Beobachtungen auch morphologisch nicht ganz der Norm entspricht. Sie ist zu schmal, zu steif, zu schleimig und zu… kontrahiert. Ich weiss nicht, wie ich es besser beschreiben soll: sie kann sie auf  ihre volle Grösse ausfahren, wenn ihr wirklich heiss ist und sie wirklich hecheln muss. Aber das ist nur sehr selten der Fall.

Im nächsten Teil geht’s weiter…

Hier geht’s direkt zu Teil 2 und hier zu Teil 3.

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