Leute, ich bin blockiert…

Veröffentlicht: 29. März 2013 in Allgemein
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una neshoba 059sm

In letzter Zeit stelle ich immer wieder fest, dass es Hundethemen gibt, die mich zwar ungemein interessieren, die aber in meinen Augen so viele Aspekte haben und so viele Kindthemen anschneiden, dass man darüber ein Buch schreiben könnte. Was letztendlich dazu führt, dass meine Artikel als Entwürfe im Blog-internen Aktenschrank unter ‚Stimmen in meinem Kopf‘ abgelegt werden.

Nehmen wir ein kleines Beispiel:

„Der Hund muss nach dir das Haus verlassen!“

Ich habe diese Aussage insofern immer für Quatsch gehalten, als ich nicht glaube, dass sie für mein Leben mit meinen Hunden irgendwie relevant ist. Ein spannendes Thema… die Sache mit der Lebensphilosophie und wie der Hund darin integriert ist, finde ich.

„Hunde, die vor ihren Haltern aus dem Haus gehen, haben sich in der Hierarchie vor sie gesetzt und respektieren sie nicht!“

Das erklärt dann gleich alles: Warum Anti nicht ordentlich leinenführig ist und warum der Abruf nicht immer klappt(e). Globaldrama! Man hat alles falsch gemacht! Und dann liest man zufällig diesen Artikel über diesen ganzen Alpha-Kram und kommt ins Grübeln. Naja, ich zumindest… und darüber, ob es tatsächlich solche Effekt-Kaskaden in der Hundeerziehung gibt… grosses Thema!

Irgendwann habe ich allerdings festgestellt, dass es insgesamt Sinn macht, wenn die Hunde nach mir das Haus verlassen, weil ich mich sonst regelmässig mit meiner nicht-schlanken Linie in der Türspalte verkeile, während die Hunde schon mal gucken gehen wollen, was so vor dem Haus passiert. Aus Angst vor einem Tentakel-artig verlängertem Arm habe ich die neue Regel den Hunden schnell erklärt, kein Ding – da fährt mir durch den Kopf:

„Oh gut – jetzt sieht es nach aussen wenigstens so aus, als wäre ich hier die Alpha-Tante…“

… und im selben Moment denke ich: „Ja, Moment emal… wat soll denn der Quatsch jetzt bitte?!“, denn eigentlich bin ich überzeugt, dass es ganz wenig Sinn macht, sich von *den Anderen* derart unter Druck setzen zu lassen. Total spannendes Thema: Gesellschaftlicher Druck auf Hundehalter-Ebene… und über das exzessive Verwenden von Totschlag-Argumenten in den unterschiedlichen Hundetrainingsansätzen. Überhaupt:

„Ah, dein Hund kann nicht hinter dir das Haus verlassen? Na, dann ist ja alles klar!“

Im Grunde kann man diesem Dein-Hund-kann-nicht praktisch alles hintenan fügen – das pauschalisierte und überaus kryptische Na-dann-ist-ja-alles-klar hat meines Erachtens seinen Ursprung in der Affinität einzelner, Halbwissen als Naturgesetz zu formulieren, um nicht nachdenken und nicht diskutieren zu müssen. Eine ganz wenig erstrebenswerte, menschliche Eigenschaft, der ich ja eigentlich versuche, so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Und auch das ist ein total spannendes Thema!

Nun ist es aber so, dass mir meine Hunde sehr oft und ganz freiwillig den Gang durch Türen als Erste zugestehen. Oder auch nicht. Je nachdem, wie die Situation ist… was mich zu der Frage bringt, was denn nun dran ist an dieser seltsamen Aussage. Das eigens beobachtete Verhalten an meinen Hunden ist aber auch schon ein eigenes spannendes Thema, weil es so situations-, rasse-, geschlechts- und charakterabhängig ist.

Ja, und nu? Ich bin total blockiert hier! Ach… wisst ihr was? Macht doch, was ihr wollt! Ich publizier das Ding jetzt einfach und denke das nächste Mal viel weniger über das Thema, über das ich schreiben will, nach. Jawoll!

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Kommentare
  1. Nicole sagt:

    Na endlich kommt hier mal wieder was. Deinen Tagesablauf konnte ich ja schon fast auswendig 😀

    Ich denke auch viel nach über solchen Hundekram und ich lese ganz viel und ich guck mir jede Hundetrainersendung an die in deutsprachigen Sendern ausgestrahlt werden. Ah, ich muss noch dazu sagen: ich bin eigentlich ein Niemand….ich habe erst seit 5 Jahren Hundeerfahrung….also nicht seit 30, 40 Jahren….ich wage es nun trotzdem, hier meine Weisheiten hinzuschreiben – kennt mich ja niemand hier, ist ja nur ein Blog *g

    Meine Erkenntnis die ich für mich gewonnen habe: Es ist ungemein praktisch im Alltag wenn der Hund situativ das macht was ich von ihm verlange. Ob das nun vor mir zur Tür raus gehen heisst (ist manchmal auch sehr praktisch, z.Bsp. wenn man ein paar gefüllte Einkaufstüten schleppen muss) oder hinter mir, am liebsten einfach so, wie ich es gerade möchte und dem Hund zu verstehen gebe.

    Daran zu arbeiten – ich glaube das nennt man Führigkeit – ist für mich das Spannendste und Erfreuendste überhaupt. Da gibt es dann immer mehr Momente im Mensch-Hund-Alltag in denen man sich keine Gedanken mehr machen muss über die Bindung oder Beziehung oder das Verhältnis oder was auch immer. Man spürt dann einfach, dass es stimmt.
    Liebe Grüsse
    Nicole

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