Mein Tagesablauf – Der Vormittag

Veröffentlicht: 18. Januar 2013 in Alltag
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7.59 Uhr
Die Zwergblödkatze findet, dass Ixy jetzt genug geschlafen hat. Mit hocherhobenem Schwanz stakselt sie zum schlafenden Jungmali und beginnt damit, rhythmisch auf Ixy herumzupföteln – natürlich mit Krallen. Dazu gibt sie Köpfchen. Wohin ist eigentlich egal, Hauptsache der Hund wacht auf. Ixy hebt den Kopf, schaut aufmerksam und dann rappelt sie sich auf, um für die nächste Viertel Stunde mit der mistigen kleinen Katze das Parallellaufen durch mehrere Räume zu praktizieren. Tapptapptapp-tapp… tapptapptapp-tapp. Köpfchen. Tapptapptapp-tapp.Anti liegt auf der Couch und pennt. Der alte Kater ohne eigene Körperwärme macht mir durch aufdringliches und wenig liebevolles Anschmiegen verständlich, dass es zu kalt ist.

8.09 Uhr
Die wechselwarme Katze hat es geschafft – von so viel Nähe bekomme ich Zustände. Ich lege das Notebook beiseite, auf dem ich eigentlich gerade durch ein paar Foren tingeln und ein wenig in der FAZ lesen wollte – Ixy fällt die Treppe runter! Volkszählung! Dackelterror! Fiepen! Ich kommandiere sie wieder ins obere Stockwerk und mache Feuer, um diese olle Katze endlich loszuwerden.

8.23 Uhr
Anti schläft immer noch. Nichts kann ihn wecken.

9.00 Uhr
Anti schläft immer noch. Nichts kann ihn wecken.

9.03 Uhr
Eine empörte Zwergblödkatze trappelt mit aufgeplustertem hochhysterisch von Fenster A zu Fenster B und hated eine der Vermehrerkatzen, die wohl gerade unten vorbei läuft. So viel Hass kann Ixy nicht ertragen und trappelt mit. Ausserdem hofft sie, dass die Zwergblödkatze sich dann wieder mit ihr beschäftigt und stupft ihr nun hupend ins Hinterteil. Hup… hmmm…. huphup! Die Katze wedelt – yeay… Die Katze fährt herum und feuert Ixy lässig eine. Ixy kreischt, schaut mich schuldbewusst an… dann fällt ihr ein, dass sie ja eigentlich die Zwergblödkatze ärgern wollte. Huphup.

9.34 Uhr
Anti schläft immer noch. Trotzdem springt er plötzlich wie von einer Wespe gestochen auf, fällt mehr von der Couch als er springt, schlurftrappelt Richtung Schlafzimmertür und bricht dort immer noch schlafend wieder zusammen. Hier auf der Couch war es wohl zu warm geworden, weswegen irgendeine thermoregulatorische Macht in ihm diesen Notfallplan eingeleitet hat. Ixy blickt kurz auf, dann kracht ihr Schädel wieder auf den Holzboden, während ihr die Zunge aus dem Maul fällt und in der kommenden Viertelstunde am Boden festtrocknet.

10.10 Uhr
Ich beschliesse, dass es Zeit für den Morgenspaziergang ist. In dem Moment, wenn ich das Notebook zuklappe, steht Anti auf der Couch: „UuuuhRuh…. Urgh-wuff… Mroaaaar… Uhuhuuuuh!“ Ixy ist die Treppe runtergefallen und rennt pfeifend durch die unteren Räume. Während ich die Treppe runtergehe, tut Anti das auch – und weil er schneller als ich ist, hängt sein Kopf irgendwann an meinem Hintern. Was ihn aber nicht stört – und ihn auch nicht verlangsamt… ein grosser Hund, der aussieht wie ein Deutscher Schäferhund, schiebt mich nun mit seinem Holzkopf die letzten Stufen hinunter, während ich mosere und motze. Ixy hat derweil dreimal versucht, die Treppe wieder hinauf zu hüpfen, in der Hoffnung, ich würde es so schneller zum Haus hinaus schaffen. Eine krasse Fehleinschätzung, deren Grundlage ich auch nicht nachvollziehen kann oder gar verstehe, wie sie auf diese Idee gekommen ist.

10.13 Uhr
Nach der langen Baumwollunterhose habe ich eine Jeans angezogen, die zwar vor zwei Tagen gewaschen wurde, aber dennoch bis zu den Kniekehlen vermatscht ist. Über T-Shirt und Kapuzenpulli (mit Zahnpasta-Flecken) ziehe ich einen weiteren Pulli, wickele mir ein Halstuch um, ziehe die Polarjacke (lächerlich! Ein Windhauch und ich würde innerhalb von Sekunden erfrieren, würde ich weniger Klamotten darunter tragen) an und will mich in meine Stiefel zwängen. Nicht die mit den Schnürsenkeln. Anti will mir helfen und schiebt seinen Kopf zwischen mich und den Stiefel. Ich schiebe ihn zurück, maule ein Warte! und darf als nächstes einen trotzig bockelnden und Auruuuuh-kläffenden Hund zur Contenance rufen. Ixy würde jetzt eine um die nächste Volkszählung durchführen um den Stress um die Freude des Rausgehens abzubauen, aber sie wurde pausiert… deswegen fiep-hupt sie jetzt vor sich hin und ist unglücklich.

10.16 Uhr
Ich schneide eine halbe Salatwurst in Würfel. An meiner linken Wade hängt der aufgewärmte und damit hochaktive Antikkater und will seinen Wegzoll. Daneben sitzt Anti, seine Nase fällt kaum auf zwischen den Wurstwürfeln – warum muss dieser Hund auch so gross sein?! Ich bugsiere die Würfelwurst in den zu kleinen Notfall-Leckerlibeutel… zwei Würfel fallen vorbei, einen fängt der Reptilkater aus der Luft, über den anderen hockt er sich und verteidigt ihn mit Knurren und Krallenfuchteln gegen 35kg Anti. Poldi ist Jahrgang ’98, seit ’07 lebt er mit Hunden zusammen – und hat meinen allerhöchsten Respekt, auch wenn Antis Nase jetzt etwas blutet. Oder gerade deswegen.

10.19 Uhr
Ich nehme die Retrieverleinen von ihren Haken neben der Haustür und will anleinen. Ixy fällt ein, dass sie seit Stunden nichts getrunken hat und fängt an zu trinken. Ich rege mich auf und leinen den Prinzen an. Dann Ixy, die daraufhin nochmal kurz was trinkt und trotzdem mit der Nase an der Tür ist, als ich die Klinke runterdrücke. Ich brauche das ‚Zurück‘ nicht mehr maulen… hupend wackelt sie rückwärts. Der Prinz wartet. Ich verlasse als erstes das Haus, schliesse die Tür durch Passivenergie, lasse mich aus dem Törchen ziehen, dass Anti geschickt mit seiner Nase geöffnet hat, indem er den Riegel nach oben gedrückt hat. Dann stemme ich die Hacken in den Schnee: „Kaaackbeutel!“ und beide Hunde kehren um. Vormittags bringe ich immer die gesammelten Kackbeutel weg – so auch heute. Sollte ich sie je erreichen. In gefährlicher Schräglage mit zwei Hunden als Gegengewicht, sammele ich einhändig und einbeinig ein, was sich im Radius meines Armes befindet. Ein „Okay“ bringt mich fast automatisch zum Kackbeutel-o-maten.

10.20 Uhr
Schon an der Ecke höre ich meinen Nachbarn: „Ja, wer ist denn da?“ singsangselt er. Und wie jedes Mal, wenn wir ihn treffen, fragt er ganz brav: „Darf ich den beiden ein Leckerli geben?“ Ich habe noch nie Nein gesagt. Ich habe sogar schon mehrmals gesagt, dass er nicht fragen muss. Und er gibt nie EIN Leckerli. Er gibt mindestens sechs. Jedem Hund. Aus beiden Hunden ist jeglicher Bewegungsdrang entwichen – sie sitzen wie festgetackert vor dem lieben Nachbarn und zeigen deutlich, dass sie bei mir nie Futter bekommen. Die Armen…

10.24 Uhr
Wir schaffen es noch auf’s Feld! Früher oder später und nach unzähligen Wiederholungen ist Anti mehr oder weniger neben mir gelaufen. Exklusive der Pfotenabdrücke-Untersuchungsexzesse im Schnee, dem Markieren, dem unkoordiniert die Seiten wechseln wollen. Ixy tappselt wie immer neben mir her. Sofern sie nicht noch eine Katze sichtet, droht mir wenigstens von dort kein Auskugelungsversuch.

10.34 Uhr
Der Spaziergang lässt sich kurz zusammenfassen: Anti losmachen, Ixy losmachen, grosse Keilerei, Jagen, Wrestling, Jagen, Fangen, Flüchten, Verkloppen, Schnuppern, Töten, Anrempeln, Schnuppern, Ixy aus Versehen auf den Kopf pinkeln, jenseits des Bachs an den schrägsten Teil der Böschung kacken, mehr Markieren. Ich schlendere nebenher und versuche, nicht über den Haufen gerannt zu werden und dabei souverän auszusehen: Alles unter Kontrolle! Das muss so!

11.17 Uhr
Wir sind wieder daheim. Ich entschleunige die Ankunft und verhindere grössere Volkszählungen durch mehrfaches Leckerli-Reichen, während ich mich aus den meisten meiner Hüllen schäle. Während ich mir ein Mittagessen zubereite, zählt Ixy Katzen und Anti geht pennen.

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Kommentare
  1. beowoelfchen sagt:

    Ganz normal, oder?
    Genau so ist der tägliche Ablauf bei uns, lediglich die Namen müssten ausgetauscht werden.
    Wir haben auch nur eine Katze, welche aber im Weg steht wie 3 – jeden Morgen – und sich jeden Morgen vorwurfsvoll beschwert, dass sie üben den Haufen gerannt wird.
    Ach ja, das „auf den Kopf pinkeln“ kann kein Versehen sein. Ich unterstelle Absicht! :-;

  2. Ich hoffe ich trete dir nicht zu nahe…. aber… ich liebe Dich (gleich nach meinem Mann) du gibst mir das Gefühl nicht allein zu sein – grins! 🙂

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