Nachteile der Mehrhundehaltung

Veröffentlicht: 25. Juni 2012 in Allgemein
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Sind wir mal ehrlich… mehr als einen (grossen) Hund zu halten, ist nicht nur toll. Ich möchte mal einige Sachen aufzählen, die ich ganz persönlich als mehr oder weniger negativ an der Mehrhundehaltung empfinde.

Transporte
Mit Anti allein war die Welt irgendwie noch in Ordnung. Er passte gut in den Kofferraum des Kombis und wenn mal Not am Mann war, konnte man dort auch noch Einkäufe / Koffer / Kram unterbringen, sofern man genügend Platz liess, damit er sich noch daneben legen konnte. Allerdings empfand ich es immer als angenehm, ihm mit seinen 70cm doch den ganzen Kofferraum überlassen zu können – vor allem bei längeren Reisen.

Mit Ixy wurde es dann kompliziert. Vor allem, weil wir mehr als ein Auto fahren und sich deswegen die feste Installation eines Trenngitters als unnütz erwies. Es blieb, wie es war: Anti hatte den Kofferraum, Ixy fuhr anfangs angeschnallt auf der Rückbank mit. Zwischendurch habe ich versucht, sie ebenfalls im Kofferraum unterzubringen, aber Anti nutzt die auferzwungene Nähe, um Ixy zu befummeln, was nach ignoriertem Knurren zu einer Zickerei führt, die auf engem Raum schnell eskaliert. Also fährt Ixy weiter auf der Rückbank mit – dort ist sie massiv entspannt.

Das heisst allerdings auch: Mit zwei Personen, einem 60cm Hund auf der Rückbank und einem 70cm Hund im Kofferraum ist praktisch kein Platz mehr für Gepäck. Auch nicht in einem Kombi. Und schon gar nicht für einen mehr oder weniger langen Roadtrip.

Bekannte, Freunde und Familie
Was mit einem Hund meist noch irgendwie machbar ist, ist mit zwei grossen Hunden dann nicht mehr so einfach: Nicht jeder möchte, dass zwei Hunde den sorgsam gehegten Garten umpflügen und beim Mäuse suchen helfen. Nicht jeder möchte zwei Trampelhunde in der sauberen und ordentlich dekorierten Wohnung zu Gast haben. Und nein, ich könnte nicht dafür garantieren, dass keiner meiner beiden nicht mal das hübsche, frisch entstaubte Plasteblumen-Kränzchen untersuchen wollen würde.

Mal kurz in die Kneipe? Sich ein wenig volllaufen lassen? Mit zwei Hunden? Eher nicht…

Auch die Anzahl der Nicht-Hundehalter, die sich in einen verdreckten, zugehaarten Haushalt mit zwei grossen, jungen, stürmischen Hunden wagen, hält sich in Grenzen. Und die Hundehalter, die sich trauen würden, haben selbst (mindestens) einen Hund und können nur begrenzt bleiben, weil entweder der Hund im Auto warten muss oder daheim auf die Rückkehr des Besitzers wartet. Einfach mal irgendwo versacken? Geht nicht – oder so selten, dass ’nicht‘ eine annehmbare Zusammenfassung ist.

Übersichtlichkeit und Handling
Es kann schon nervig sein, einen Hund an der Leine zu führen… bei zweien wird es teilweise echt nervig. Vor allem, wenn einer hibbelig ist und einer ein Rüde. Einer schnuppert hier, während der andere einmal um einen herum läuft. Ixy stürmt auf die Wiese links des Weges, um zu piepen… Anti will unbedingt rechts des Weges Düfte lesen. Schon vor dem Verlassen des Hauses müssen die Hunde fünfmal die Position wechseln, in der Hoffnung, als erster raus zu können. Während der ersten Meter nutzt man die eigene Fingerfertigkeit, um die verzwirbelten Leinen zu entheddern. Spannend wird es nachts, wenn ich mit beiden Hunden an der Leine, wegen des Regens einem Schirm, zwei bis vier Kackbeuteln und einer Taschenlampe vor die Tür gehe…

Auch wenn man Gäste hat, wird es kompliziert… Wo sind die Gäste? Wo sind die Hunde? Springt Anti gerade am Kind hoch? Versucht Ixy gerade, einen der Gäste davon abzuhalten, im oberen Stockwerk ins Gästezimmer zu kommen? Welcher Hund versucht gerade in der Küche, Speisereste abzustauben und ist Ixy gerade da oder muss sie in ihrer Aufregung doch mal irgendwo eine Pfütze hinterlassen? Während man bewirtet, versucht mindestens ein Hund einem permanent zu folgen. Derweil erklärt man einem Gast, wo die Toilette ist und einem anderen zieht man Anti vom Schoss, der hofft, so etwas Aufmerksamkeit zu bekommen.

Nimmt man die Hunde mit auf Feiern oder gar öffentliche Anlässe, kommt man ebenfalls an seine Grenzen. Kaum lässt man die Hunde einen Moment aus den Augen, kommt einer und fasst sie einfach an. Worüber sich Anti freut, kann Ixy nicht ausstehen. Besonders bemerkenswert sind jene Spezialisten, die einen Ehrgeiz entwickeln, die unwillige Ixy unbedingt anfassen zu wollen, auch wenn sie durch permanentes Zurückweichen sehr deutlich gezeigt hat, dass sie das nicht möchte. Da fangen Kinder und Erwachsene dann plötzlich an, sich von hinten anzuschleichen… während man gleichzeitig mit Adleraugen Anti auf dem Scanner hat, der gerade einem Kleinkind Pfannkuchen-Fett aus dem Gesicht leckt. Weil das schon in Ordnung ist. Der eigene Hund macht’s ja auch.

Spaziergänge mit anderen Hunden gehen besser mit nur einem Hund. Nun muss der andere Hund irgendwo bleiben. Als Einzelperson 60kg Hund zu kontrollieren kann mitunter extrem anstrengend sein – vor allem, wenn der eine zum fremden Hund hin will, der andere nicht, der dafür den ersten Hund korrigieren möchte und ihn anzickt, worauf der zurückzickt und das alles an der Leine.

Wenn man mal von den Tierarztkosten, den unglaublichen Mengen an Futter und Knabberkram, der doppelten Menge Dreck und gefüllten Kackbeuteln und dem permanenten Vertauschen von Namen absieht, sind das sicher die drei Hauptpunkte, die mir in der Zweihundehaltung als nervig aufgefallen sind. Und man sollte nicht unterschätzen, dass das für den einen oder anderen eine ziemliche Einschränkung sein kann – auch wenn es immer ‚Alles für den Hund!‘-Rufe geben wird. Es ist gut möglich, dass sich für das eine oder andere Problem im Laufe der kommenden zehn Jahre Lösungen ergeben – aber allein, dass ich in Jahren rede, zeigt, dass das nicht unbedingt etwas ist, dass sich schnell ändern oder abstellen lässt.

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Kommentare
  1. pat_blue sagt:

    Dachgepäckträger… ist doch ganz einfach Frau D ;o)) da hast du n grosses Platzproblem gelöst (da kommen natürlich die Einkäufe rein, nicht Anti oder Ixy….)

    • Frau D. sagt:

      Hm! Ja… das klingt gar nicht so schlecht… und wen interessieren schon der Kraftstoffverbrauch, der durch so eine Montur wahrscheinlich ins Unermessliche steigt. *g*

  2. Susanne sagt:

    Mir hat mal ein Beifahrer den Dachgepäckträger für meinen jaulenden Rehpinscher empfohlen…. dem war auch der Mehrverbrauch egal 🙂

    • Frau D. sagt:

      o_0 Für… den Rehpinscher an sich? Heieiei… das sagt dann doch viel über sein Gejaule aus. 😀

      • Susanne sagt:

        Ja, es braucht manchmal schon Nerven, klein und laut. Aber wenigstens bleibt Platz fürs Gepäck!

        Ansonsten finde ich die Analyse der Nachteile der Mehrhundehaltung sehr stichhaltig. Und ich möchte keine Illusionen zerstören, aber wenn die zehn Jahre vorüber sind, und das eine oder andere Problem gelöst ist, dann kommen die ersten Probleme weil sie langsam senil werden (die Vierbeiner, bei den Besitzern dauert es mit etwas Glück noch ein bisschen länger)…

  3. Frau D. sagt:

    Meine Hunde werden nicht senil… die leben hundert Jahre… mindestens. 😉

  4. Birgit sagt:

    Mit nem Dritthund wird alles wieder gut… fiesgrins

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