Das Ei

Veröffentlicht: 21. Juni 2012 in Alltag
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Besonders amüsant finde ich die ganz unterschiedlichen Herangehensweisen von Anti und Ixy an Neues. Dabei ist es oft spannend zu beobachten, was welcher Hund als erforschenswert oder bedrohlich empfindet. Ixy reagiert beispielsweise extrem vorsichtig auf Dinge, die annähernd menschenähnlich wirken… Gasflaschen geht sie mit gesträubtem Kamm und nur über langen Hals und mit spitzer Nase an. Hingegen können 10m Folie im Wind rascheln und wehen… das findet sie toll und stürmt mitten hinein.

Anti geht vieles mutig ein, aber besonders kleinere Objekte, die neu in seiner gewohnten Umgebung herumstehen oder -liegen, bereiten ihm Stress. Auch wenn er sein Nackenfell stellt – erforschen tut er sie… anders als Ixy. Die meidet lieber.

Auf der anderen Seite gibt es Dinge, die geht Ixy mit einem malinösen Urvertrauen an (*Was mich nicht umbringt, macht mich stärker*), während Anti doch gerne abschätzen können möchte, ob etwas gut oder tödlich ist.

Vor zwei Tagen bekamen die beiden zum ersten Mal jeder ein halbes gekochtes Ei. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber diese Unterschiede lassen sich in solchen Situationen gut beobachten… und beschmunzeln. Beide sassen also vor mir und erwarteten etwas Leckeres. Zuerst bekam Ixy ihr halbes Ei… und wie erwartet schnappte sie liebevoll zu. Motto: Frauchen gibt es, also ist es gut, ich hau mal rein, wird schon schmecken. Dreimal schmatzen, weg.

Anti wusste nun, dass das Ding essbar ist. Hochmotiviert nahm er das halbe Ei entgegen und dann konnte man sehen, wie eine kleine Reihe Erkenntnisse durch sein Erbsenhirn flackerten:

1. Dieses Gefühl kenne ich im Maul nicht!
2. Das fühlt sich komisch an!
3. Das schlucke ich jetzt mal nicht runter…
4. … das inspizieren wir jetzt erstmal, denn essbar scheint es ja zu sein.

Anti drehte sich um und spuckte das halbe Ei vorsichtig ins Körbchen. Da dabei das Eigelb aus dem Eiweiss viel, beschnupperte er beides separat und entschied, dass Eigelb gut ist. Nachdem das Eigelb bedächtig durchgekaut und runtergeschluckt war, beschnupperte er das Eiweiss. Dann zerbröselte er es in kleine Klümpchen. Dann schaute er mich rückversichernd an: Das kann man essen, ja? „Das ist lecker!“ sagte ich motivierend und so verschwanden Stück für Stück Eiweissbrösel.

Jetzt bin ich gespannt, was beim nächsten halben Ei passiert… denn jetzt hat Anti ja einen So-fühlt-sich-das-an-und-so-schmeckt-das-Erfahrungswert. 🙂

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