Achtung, Sarkasmus: Wie man einen Hund ‚richtig‘ aussetzt…

Veröffentlicht: 13. Juni 2012 in Allgemein
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… Ja, der Titel mag provokativ wirken – aber mit einer Wut im Bauch ist es manchmal schwer, eine nette Variante für einen Aufruf dieser Art zu finden.

Ende letzte Woche gingen wir spazieren und vernahmen schon aus einiger Entfernung ein Wiffen. Als wir an einer Feldwegkreuzung ankamen, sahen wir sie, die kleine rehbraune Terriermischlingshündin. Aufgeregt lief sie in Kreisen durch ein junges Maisfeld, die Nase am Boden, in einer irren Geschwindigkeit irgendetwas suchend. Ich versuchte sie einzufangen, aber sie kam nicht zu mir – stattdessen lief sie direkt auf die Landstrasse und mir blieb nicht viel, als mitzugehen und darauf zu achten, dass kein Auto sie überfährt. Glücklicherweise kam ein Nachbar mit seinem Border Collie und ihm war es möglich, die Kleine mit Hilfe von Leckerlis einzufangen und mitzunehmen. Er erzählte mir später, wie lieb und ruhig sie in dem Moment wurde, als sie an der Leine war. Bei der Polizei gemeldet, stellte sich dann heraus, dass sie vermutlich ausgesetzt wurde – und nun im Tierheim auf neue Besitzer wartet.

Ich kann bis heute nicht vergessen, wie hysterisch die Kleine war, wie verzweifelt sie suchte, wie orientierungs- und hilflos sie war. Man konnte so deutlich erkennen, dass ihr jeglicher, so dringend benötigter Halt fehlte – wie unglücklich sie darüber war. Und wie kopflos und VERZWEIFELT… VERZWEIFELT… Eigentlich ist mir nur dieser Begriff wirklich im Kopf hängen geblieben: Es war die Verzweiflung eines Tieres, das einfach auf den Menschen angewiesen ist, aber den seine Menschen einfach fortgeworfen haben.

Ich habe keine Ahnung, wie alt die Hündin ist, ob sie krank ist oder Kinder nicht mag. Ob sie gerne auf Ochsenziemern rumkaut oder kläfft, weil sie nicht gerne allein ist.

Ihr dämlichen Arschlöcher, die ihr zu kackblöd seid, ein hilfloses Lebewesen wenigstens ‚vernünftig‘ zu entsorgen – habt doch bitte wenigstens so viel Arsch in der Hose und haltet euch an folgende Tipps:

1. Ihr seid zu Scheisse, um euer Tier wenigstens ins Tierheim zu geben? Dann bewahrt euch wenigstens ein wenig Ehre, indem ihr das Tier geschützt aussetzt: Bindet den Hund an einem Ort an, wo er gefunden werden kann. Stellt die Katze in einer Box von mir aus auch nachts vor den Toren des Tierheims ab. Garantiert wenigstens, dass euer hilfloser Schützling nicht überfahren wird oder elendig verhungert.

2. Packt einen Zettel dazu! Beispieltext für ganz Faule:

„Ich wurde ausgesetzt. Mein Name ist [Name einsetzen]. Ich bin [Zahl einsetzen] Jahre alt. / Ich wurde am [Datum] geboren. Ich bin (bitte ankreuzen) [ ] gesund / [ ] krank ([Krankheitsgrund einsetzen]). Ich mag keine [bitte einsetzen, bei Hunden wären Probleme mit Katzen, Kindern, Alleinsein, anderen Hunden, Schüsse / Gewitter, Jagen interessant] und ich liebe [bitte einsetzen].“

So schwer kann das doch nicht sein! Ihr wollt das Tier loswerden? Okay. Aber gebt ihm, verdammt nochmal, ein faire Chance!

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