Hundesport – next try, next fail

Veröffentlicht: 30. März 2012 in Allgemein
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(…) und ich das Trainieren extrem spannend finde, bin ich überzeugt, dass meine Verbitterung über das Schwarz-Weiss-Denken irgendwann wieder nachlassen wird, ich mich aufraffe und irgendwann wieder einmal versuchen werde, mich den Menschen hinter diesem Sport anzunähern. Ixy ist noch jung, ich bin noch nicht halb tot – da ergibt sich sicher noch mal eine Gelegenheit.

Und deswegen war ich diese Woche unterwegs und habe mir wieder einen Verein angeschaut. Obwohl angekündigt, wurde ich nicht empfangen. Und obwohl ich ein Mitglied der Trainingsgruppe kannte, weil sie seit Jahren meine Nachbarin ist, fand ich keinen Einstieg. Der Übungsleiter liess sich allein zu einem Händeschütteln herab, danach war ich für ihn Luft. Drei Stunden war ich dort, aber schon nach 15 Minuten fühlte ich mich so unerwünscht, wie es mir in meinem Leben nur selten passiert ist.

Letztendlich – und nachdem ich meinen Artikel nun nochmals gelesen habe, war es die Wiederholung der virtuellen Erfahrungen in der realen Welt. Um 22 Uhr verliess ich den Hundeplatz – Ixy hatte mir vor lauter Langeweile den Griff der Handbremse weggekaut und ich war ob der unfreundlichen Atmosphäre wirklich unglücklich.

Eines ist klar: Ich besitze nicht das Selbstbewusstsein und die Beharrlichkeit, um mich dort wieder hinzutrauen. Es ist nicht relevant, dass ich das Training extrem spannend fand und am liebsten Ixy aus dem Auto gepopelt hätte, um mit ihr etwas zu machen. Es bringt nichts, weil ich weder mir noch meinen Hunden etwas Gutes tun würde, wenn ich anschliessend mindestens einen Tag benötige, um seelisch wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Ein Argument fand ich in der nachfolgenden Diskussion spannend: Als Alteingesessener sei man es irgendwann leid, dass im Frühling die Gut-Wetter-Enthusiasten aus ihren Löchern kriechen und den Vereinen ihr Wissen und ihre Leistung wie Blut aussaugen wollen, um nichts zurück zu geben. Und das nur, um nach einem bis wenigen Malen nicht mehr wieder zu kommen. Klingt logisch, dachte ich im ersten Moment – vermutlich hätte ich dann auch keine Lust mehr. Aber dann dachte ich: Moment, ich werde in diesem Verein auch nur dieses eine Mal herumgelungert sein… und das lag nicht am schönen Wetter.

Möglich, dass es die Schönwettersportler gibt und dass sie tun, was Alteingesessene beobachten. Aber vielleicht sind unter ihnen auch solche, die genau diese ausladende, Neuen-feindliche Atmosphäre nicht ertragen. Auch wenn sie tatsächlich auf der Suche nach einem Verein sind, der sie aufnimmt, in dem sie lernen und sich engagieren können.

Ich trainiere – frustriert und von den drei Stunden inspiriert – wieder auf meinen schmalen Feldwegen. Ich habe keine Ahnung, was ich da tue, aber ich mache es total gerne. Und immer, wenn ich vor lauter Frust einen Kloss im Hals bekomme, freue ich mich einen Moment später wieder über meinen klugen und (dank einer seltsamen Konditionierung auf Erdklumpen) hochmotivierten Anti und die kleine Ixy. Schon irgendwie absurd, oder?

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Kommentare
  1. anja sagt:

    Mich macht das traurig… Wenn Menschen motiviert sind, mit ihren Hunden zu trainieren, dann sollte ihnen das nicht madig gemacht werden….! Je nachdem in welcher Sparte du trainieren möchtest und wie weit du dafür zu fahren bereit bist, kann ich dir eine Empfehlung für eine gute Trainerin geben. Bei Interesse, schick mir einfach eine email.

  2. Frau D. sagt:

    Och, das ist ja nett! Das mache ich… Ich gebe allerdings zu, dass ich inzwischen ein weiteres solches Erlebnis hatte und im Moment die Nase ziemlich voll habe. Heimlich suche ich zwar weiter nach Vereinen, die irgendwie sinnvoll erscheinen, aber im Moment speise ich mich hauptsächlich von youtube-Videos, auf denen ich mir abschaue, was mir sinnvoll erscheint. Dazu besuche ich mit Ixy ja gerade den Erziehungskurs und verwurste dortige Übungseinheiten dann fleissig in den kommenden Wochen.

    Dazu habe ich ein paar ganz nette Feldweg-Kreuzungen gefunden, an denen ein Verkehrsschild steht oder ein Busch ist, wo ich jeweils einen der Hunde anbinden kann, während ich mit dem anderen trainiere. Kreuzungen sind etwas breiter als die Feldwege an sich und gut einsehbar, so dass ich nicht von Passanten ‚überrascht‘ werde, während ich übe. 🙂

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