Leinenführigkeit: Die Anti-Taktik 2

Veröffentlicht: 11. Dezember 2011 in Gehorche!
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Hier… findet ihr den einleitenden Text zur (c) Anti-Taktik.

Weil mir diese Gedanken auf einem Waldweg kamen, war die Entscheidung relativ spontan, mal zu schauen, was passiert, wenn ich mein Verhalten an Antis anpasse, indem ich immer in die entgegengesetzte Richtung laufe, sobald Anti meint, er wisse nun, wo es langgeht. Insgesamt bin ich mir nämlich ziemlich sicher, dass Anti sehr wohl versteht, worin mein Problem mit dem dämlichen An-der-Leine-zerren liegt.

Gesagt, getan: Wir bogen auf den Hauptwaldweg ein und Anti machte sich sofort daran, voraus zu gehen – genau so weit, bis die Leine auf Spannung und mein Arm ausgestreckt ist. Sofort drehte ich um und ging in die entgegengesetzte Richtung. Während ich das tat, hatte ich mir fest vorgenommen, notfalls einfach einen anderen Weg nach Hause zu wählen… auch wenn der eine Stunde länger braucht. Anti war zuerst irritiert, wusste er doch, wohin der ursprüngliche Weg geführt hätte, dann dachte er um, denn immerhin kennt er den Weg in die andere Richtung ebenfalls. Also wollte er nach ca. 30 Schritten an mir vorbeiziehen, um wieder die Führung zu übernehmen.

Sofort wendete ich und ging relativ schnell und gerichtet wieder in die andere Richtung. „Aha, eine Finte…“ muss Anti gedacht haben, denn schon nach wenigen Schritten verfiel er in Trab, um mich zu überholen. Kehrtwende. Anti beginnt, das Spiel saudoof zu finden und trottet lustlos hinter mir her, bis er das Gefühl hat, dass ich mich nun wohl doch für eine Richtung entschieden habe.

Nach dem zehnten Mal schien er kapiert zu habe und ich dachte: „Ah, guter Erfolg, dann können wir ja den Nachhause-Weg antreten…“ Ich kam nur wenige Schritte über die ‚Übungsstrecke‘ hinaus, da war Anti wieder voraus. Also: Inneren Schweinehund überwinden und umkehren. Insgesamt würde ich denken, dass ich etwa 20 Male Kehrtwenden machte, bevor ich meine Taktik etwas ännderte. An irgendeinem Punkt hatte Anti begonnen, mich aufmerksam zu beobachten und liess sich in den Kehrtwenden auch nicht mehr einfach nur hinterherziehen. Ab jetzt liess ich meinen Schritt stocken (im Sinne einer Lauf-Arhythmie), wenn Antis Nase neben mir auftauchte.

Sofort reagierte Anti, indem er verlangsamte und mich anschaute. Ging ich weiter in die gleiche Richtung, versuchte er nach dem dritten oder vierten Mal, mich zu ignorieren und zu überholen. Kehrtwende. Reagierte er auf den stockenden Schritt, ging es weiter in die gleiche Richtung. Dazu lief ich ausserdem in einem unregelmässigen Zickzack, denn Anti hatte schnell begonnen, nur noch ein Öhrchen auf Empfang zu stellen, und wieder zu schnuppern.

So liefen wir noch circa eine Minute, bis wir aus dem Wald kamen. Ich leinte Anti ab und liess ihn laufen… die Lektion war für unsere Verhältnisse lang, frustrierend und anstrengend für ihn. Für mich junges Reh natürlich nicht – ich hockte nur wenige Minuten am Waldrand, bis mein Atem sich wieder normalisiert hatte und schaute den Hunden beim Tollen zu.

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