Leinenführigkeit: Die Anti-Taktik 1

Veröffentlicht: 29. November 2011 in Gehorche!
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In den letzten Tagen habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, was bei der Leinenführigkeit zwischen Anti und mir nicht funktioniert. Eines ist klar: Anti will das tun, wofür er sich berufen fühlt… Schnuppern, Piepen, noch mehr Schnuppern, Gucken. Das geht natürlich am allerbesten, wenn man voraus läuft. Wenn man voraus läuft, kann man sich aber nicht mehr auf das konzentrieren, was Mensch am Ende der Leine möchte. Und vermutlich ist es einem auch vollkommen egal.

Das Problem mit Anti ist seine stoische Ruhe – passiert es jetzt nicht, passiert es später. Passiert es heute nicht, passiert es morgen… oder in einer Woche oder in einem Jahr. Und genau da liegt meines Erachtens das Problem: Anti wird nicht aktiv, wenn es um das Zusammenspiel mit mir geht – er wartet einfach ab. Er interessiert sich nicht direkt dafür, was ich möchte. Ihm ist es nur wichtig, dass wir Pi mal Daumen in die gleiche Richtung laufen.

Vor einigen Wochen sah ich durch Zufall eine Martin Rütter-Folge, in der er einen Hund an der Leine voll kontrolliert, der für sein eigenes Frauchen kein Interesse zeigt, weil andere Dinge spannender sind. Das gab mir zu denken. In dem Fall dort folgte ein Dummy-Training, das dem Hund später einen Bezug zum Frauchen und eine Aufgabe geben sollte, die interessanter als seine Umwelt ist. Das Problem bei Anti: Er findet Aufgaben nicht spannend – er findet sie komplett uninteressant.

Hinzu kommt, dass ich vor einiger Zeit mit einer Hundetrainerin lief, deren Malamut extrem gut auf Gesten und Schritt-Arhythmien reagierte. Bei Anti habe ich das auch schon beobachtet, aber nur selten eingesetzt, weil ich Sorge hatte, ihn abzustumpfen.

Heute kam mir zum ersten Mal die Erkenntnis, dass Anti auf Wegen immer die Führung übernimmt – er weiss, dass es auf diesem Weg entlang geht, also geht er voraus, um mal zu schnuppern, was es da so alles Spannendes gibt. Mir fiel ein, dass er an Flughäfen oder auf Bahnhöfen immer bei mir bleibt… weil ihm die Orientierung fehlt. Anders als auf einem geraden Weg ist ausserdem die Schrittfolge nicht regelmässig. Man übersteigt Hindernisse oder weicht Personen aus – in der Reizflut verliert Hund den Überblick, während Mensch weiss, wo er hin will. Also… wie kann man auf einem geraden Weg dem Hund das Gefühl geben, dass er doch nicht so genau weiss, wo es lang geht? Wie bekomme ich Anti dazu, sich auf den gewohnten, übersichtlichen Wegen so zu verhalten, als wären sie ein Flughafen? Ich habe mich für die (c) Anti-Taktik entschieden. 😀

Ich schreib morgen weiter, jetzt bin ich zu müde…

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