Zweithund – Ja oder Nein?

Veröffentlicht: 1. November 2011 in Allgemein
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Wenn man sich überlegt, ob man es mit einem Zweithund aufnehmen kann, dann gibt es verschiedene Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte:

Schaffe ich das finanziell?
Das mag lieblos klingen, aber letztendlich regiert Geld die Welt. Man benötigt doppelt so viel an Leinen, Halsbändern, Geschirren, Futter und Knabberkram, und vor allem an laufenden Tierarztkosten: Impfungen, Entwurmung und Zecken-Floh-Mittel. Das Auto sollte zwei Hunde transportieren können – und zwar ohne, dass man einen von beiden unter die Motorhaube klemmen muss. Beide Hunde werden – je nach offiziellen Vorschriften und persönlichem Gusto – die Hundeschule besuchen. Auch das verursacht doppelt so viele Kosten. Und wer seinen Hund kranken- und haftpflichtversichert hat, zahlt ebenfalls mehr.

Schaffe ich das nervlich, organisatorisch und zeitlich?
Kann ich zwei Hunde an Leinen führen? Komme ich damit klar, dass ein zweiter, junger Hund erstmal für Chaos sorgt? Ich gehöre ja zu den Menschen, die drei Kreuze im Kalender machen, wenn die Welpenzeit endlich zu Ende ist. Zwei Hunde benötigen möglicherweise mehr als das doppelte an Zeitaufwand, bis sie ein eingespieltes Team sind. Man nimmt nicht einfach den zweiten Hund mit auf den Spaziergang – man muss gegebenenfalls mit den Hunden einzeln spazieren gehen. Ist ein Hund krank, benötigt der zweite dennoch Aufmerksamkeit. Hunde orientieren sich auch aneinander – meist wird sich der neue (und junge) Hund am ersten orientieren. Allerdings nicht nur an dessen positiven Eigenschaften… und: Zwei Hunde entwickeln eine ganz neue Dynamik im Ausgang. Sie sind ein Team – das ist wie mit Jugendlichen: Einzeln erträglich – in der Gruppe schrecklich.

Was ist, was war und was kommt…
Hat man einen älteren Ersthund, der wohlerzogen und in seinem Verhalten gefestigt ist, dann wird man es mit dem Neuankömmling vermutlich einfacher haben, egal, ob er jung und unerzogen, alt und unerzogen oder alt und perfekt erzogen ist. Allerdings sollte man sich darüber Gedanken machen, ob der Ersthund tatsächlich Gefallen an einem Zweithund finden würde – wie kommt er generell mit anderen Hunden klar und wie eifersüchtig ist er, wenn das Herrchen / Frauchen mit einem anderen Hund schmust. Zusätzlich muss man bedenken, dass ein älterer Hund möglicherweise körperlich nicht mehr so fit ist wie der Zweithund.

Hat man einen jungen Ersthund, der selbst seine Baustellen hat, dann steigert sich der Aufwand um ein Vielfaches. Der Hund muss vielleicht erst lernen, sich am Menschen und nicht am älteren Hund zu orientieren, was instinktshalber aber sein erster Impuls ist. Dann muss er lernen, die Marotten des jungen Ersthundes gerade nicht zu übernehmen. Das erfordert viel Umsicht, gute Beobachtungsgabe… und man sollte ganz schnell von dem Gedanken wegkommen, für die kommenden Monate bis Jahre Entspannung beim Spazieren mit dem Hund zu finden.

Zwei Hunde beschäftigen sich idealerweise miteinander – allerdings sollte man deswegen den Kontakt nicht schleifen lassen, denn nichts ist in unserer Gesellschaft wichtiger, als die Bindung des Hundes zu seinem Halter. Also muss man sich mit zwei Hunden beschäfitgen und nicht nur mit einem. Dabei muss man sich auf die Bedürfnisse und das Können des einzlnen Hundes einstellen.

Die Gesellschaft
Wer glaubt, es mache keinen Unterschied, ob man einen oder zwei Hunde habe, der irrt sich. Was mit einem Hund noch gut machbar war, wird mit zwei Hunden um einiges schwieriger: Ein Hund durch ein Geschäft dirigieren geht besser, als das mit zwei Hunden der Fall ist – auch wenn das sicher von Hunderasse, Grösse und Charakter abhängig ist. Freunde nehmen einen mit einem Hund noch gerne auf – mit zweien wird es schon umständlicher. Hotelzimmer bekommt man meist gegen Reinigungsaufschlag mit einem Hund noch gut, mit zweien sieht das ganz anders aus, auch wenn das maximal unlogisch ist.

Und selbst beim Spazieren ist es – vor allem, wenn man noch kein eingespieltes Team ist – ein Unterschied, ob man nur einen oder gleich zwei Hunde im Auge behalten muss.

Fazit
Zwei Hunde sind – je nach Konstellation – ein grosser Aufwand, aber können, wenn es passt, alles wieder wett machen, wenn man sieht, wie gut sie harmonieren. Sie können sich aufaddieren, ergänzen und sogar gegenseitig zum Besseren anstacheln. Zwei Hunde geben bestenfalls doppelt so viel Liebe und Aufmerksamkeit und – zumindest in Antis Fall – gibt es Hunde, die für ihr Seelenheil einen zweiten Hund ‚brauchen‘ und durch ihr Verhalten täglich zeigen, wie gut ihnen der Kontakt zu einem Artgenossen tut.

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