Die Anderen

Veröffentlicht: 20. Juni 2011 in Alltag, Gehorche!
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Ich habe es schon an mir beobachtet und bei anderen erlebt: Die Verunsicherung, wenn ein anderer eine von ihm verwendete Erziehungsregel so formuliert, dass sie wie ein Naturgesetz klingt, und man sich fragt, ob man es auch so machen sollte. Alternativ erlebt man den Impuls: „Uh, so ist das also – dann sag ich mal lieber nicht, dass ich es anders mache.“

Dabei gibt es eine ganze Reihe an Regeln, die offensichtlich immer wieder diskutiert werden müssen. Zum Beispiel:
1. Der Hund darf (nicht) auf die Couch / das Bett.
2. Der Hund soll nach dem Herrn das Haus verlassen / betreten.
3. Der Hund muss links vom Frauchen / Herrchen gehen.

Und so weiter und immer so fort. Gerade wenn man einen jungen (und damit automatisch neuen) Hund hat, kann man verzweifeln, wenn man versucht, es allen anderen recht zu machen. Weil die haben ja Ahnung. Sieht man ja an der Art und Weise wie sie reden oder schreiben.

Sicherlich gibt es Grundsätzliches, das in einem Regelwerk Sinn macht, wie:
1. Wer ein Befehl an den Hund richtet, muss so konsequent sein und ihn durchsetzen.
Deswegen ist es so wichtig, dass man dem Hund nicht sinnlos Befehle vorblubbert. „Mach Sitz. Los, Sitz. Sihiiitz. Naja, dann geh halt – auch gut…“ geht nicht. Wer seinen Hund anspricht, möchte etwas von ihm und wer etwas möchte, der setzt es auch durch, weil es einen Sinn macht, dass die Anweisung befolgt wird. Blubbert man nur irgendwelche Kommandos vor sich hin, weil man den Hund irgendwie beschäftigen möchte, während man eigentlich auf etwas anderes konzentriert ist, ‚verliert‘ man den Hund.

2. Wer seinen Hund spazieren führt, zeigt seiner Umwelt gegenüber Respekt.
Und das bedeutet nicht, dass ich Hundescheisse liegenlasse, weil Wildtiere ihren Mist ja auch nicht mitnehmen. Und es bedeutet auch nicht, dass ich meinen Hund nicht an die Leine nehme, weil ich ja ‚weiss‘, dass er sich für Kinder / Radfahrer / Jogger nicht interessiert. Wer ein wenig Empathie besitzt, weiss nämlich auch, dass Kinder / Radfahrer / Jogger das nicht wissen. Die wissen nur, dass es auch asoziale Hundehalter gibt, denen es nicht in den Sinn käme, sich um ihren nicht-ganz-so-umgänglichen Hund zu kümmern.

3. Wer einen Hund besitzt, hat die Pflicht, sich mit seiner Art der Kommunikation zu beschäftigen.
Ein Hund ist kein Mensch und wird auch nie einer. Um seine Motivationen und Bedürfnisse zu verstehen, muss man sich nicht überlegen, was man selbst in der Situation tun würde. Man sollte jede Situation auf die hunderelevanten Reize überprüfen, sie in den Zusammenhang der aktuellen Zeitlinie packen und daraus filtern, was für den Hund wichtig ist. „Der Hund bellt nur, weil er auch sooo gern eine Praline hätte.“, „Die will immmmmer spielen…“ und „Egal, was und wie viel ich füttere, mein Hund war schon immer fett.“ sind für mich oft Anzeichen von Haltungs- und Kommunikationsfehlern.

Und jetzt die wichtigsten, für mich gültigen Regeln:
4. ICH BIN NICHT PERFEKT, MEIN HUND IST ES NICHT – WIR ARBEITEN DARAN, ABER MEHR AUCH NICHT!

5. ES IST MIR EGAL, WAS ALLE SAGEN – DAS HIER IST MEIN LEBEN UND MEIN HUND UND ICH ENTSCHEIDE, WAS ICH TUE ODER NICHT TUE.
Letzteres beinhaltet auch, dass ich mein eigenes Verhalten kritisch betrachte und mir Anregungen von aussen hole, wenn die von mir gewählte Vorgehensweise nicht fruchtet. Dabei lasse ich mir Zeit, denn ich glaube nicht, dass Versuche nach dem 3. Mal erfolgreich sind. Und ich verwende Neues im gegebenen Rahmen, anstatt völlig unbekannte Ansätze ohne Aufbau und Abstimmung auf mich und meinen Hund zu übertragen.

Ich glaube, mit diesem Thema werde ich mich noch öfter beschäftigen. 😀

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Kommentare
  1. Frau D. sagt:

    Aja, natürlich gilt für Besserhälfte das Gleiche am selben Hund! *g*

    Der Egotrip lässt sich durch emotionale Schreibweise entschuldigen… *hust*

    ^___^

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