Humpeleien

Veröffentlicht: 31. Mai 2011 in Alltag
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Ich weiss nicht, wie es bei kleineren Hunden ist, aber grössere Hunde neigen dazu, nicht synchron zu wachsen. Klingt witzig, bedeutet aber auch, dass der Junghund in den ersten Monaten immer mal wieder Mühe mit seinem Fahrgestell hat, wenn es in jüngerer Vergangenheit einen Wachstumsschub gab.

Bei Anti kann ich diese Phasen inzwischen erkennen, denn sie kündigen sich an: Ein bis zwei Tage läuft Anti nicht mehr so motiviert, dann liegt und sitzt er viel und stolpert einige Tage über seine eigenen Pfoten – und manchmal fängt er dann auch an zu humpeln. In der letzten Phase humpelte Anti über mehrere Tage vorne rechts, jetzt ist es die linke Hinterhand (äh, Mädchen-links aka rechts). Entweder ist also das linke Hinterbein zu lang oder das rechte zu kurz oder beides. Während er im ersteren Fall desöfteren mit der Nase bremsen musste, leidet er nun wieder unter dem Wackelarsch-Syndrom – offensichtlich sind Sehnen und Muskeln noch nicht wieder in der Lage, das getunte Fahrgestell in der Spur zu halten.

In diesen Phasen werde ich immer wieder angesprochen – auch, weil Anti einem Schäferhund sehr ähnlich sieht und es ja auch zu grossen Teilen ist. Schäfer haben es ja immer mit den Gelenken. Und die Hüfte ja sowieso… So drückte eine völlig fremde ‚Hundetrainerin‘ in der Welpenspielstunde auf Antis Hintern rum und meinte dann, ich müsse ihn röntgen lassen – immerhin wäre er ja ihrer Berührung ausgewichen. Damals habe ich demonstrativ Antis Hintern geklopft und Anti fand das ganz toll… es macht nämlich auch für einen Welpen einen Unterschied, ob in einer sowieso stressigen Situation irgendein Fremdling ankommt und einem an den Hintern langt (ich kenne das aus eigener Erfahrung…).

Ich mache mir zwar Sorgen um Antis Beine und Hüfte, aber ich bin nicht bereit, wegen jedem Mucken zum Tierarzt zu rennen. Klingt ketzerisch, aber ich vertraue auf meine anderthalb Jahre als Tierarzthelferin, meine geringe Erfahrung mit wachsenden Hunden grösserer Grösse und meine Beobachtungsgabe. Geröntgt wird Anti möglicherweise, wenn er ein Jahr alt ist – oder ein wenig später. Was soll es für einen Sinn machen, einen unfertigen Hund zu röntgen? Es hilft, wenn ich die Beine massiere, Muskeln entspanne und die Spaziergänge Antis momentanen Vermögen zu laufen anpasse. Das schnelle Wachsen ist für einen jungen Hund teilweise sehr mühsam – und Anti ist sich nicht zu schade, diese Mühen nach aussen zu tragen. Schon als Welpe musste er an kalten Pfötchen fast sterben, da gestehe ich ihm jetzt auch einige Tage Phlegmatismus zu. Ich bin mir sicher, dass es in einigen Tagen wieder besser geht. So wie bisher auch.

Einen grossen Vorteil haben diese Zeiten: Da Anti im Moment selbst nach einem kleineren Spaziergang sofort in der Küche die liegende Wartehaltung einnimmt, kann die Zwergblödkatze des Hauses ihn ordentlich begrüssen. Gurrend kommt sie angetippselt und drückt ihm ihr Gesicht in die Sabberklappe, statt an seinen Beinen zu rubbeln.

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